Asylverfahren sollen nach seinem Willen beschleunigt und unberechtigte Bewerber zügig heimgeschickt werden, die Visumfreiheit für die beiden Balkanländer soll fallen.

Die Zahl der Asylbewerber in Deutschland ist deutlich gestiegen. Laut Bundesinnenministerium stellten im September 6691 Menschen Asylanträge beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Die meisten - gut ein Drittel - kamen aus Serbien und Mazedonien.

Friedrich beklagte, der zunehmende Asylmissbrauch aus den Balkanländern sei inakzeptabel und müsse unverzüglich gestoppt werden. Dazu will er auch die Anreize für Asylsuchende verringern. Asylbewerber haben laut Gesetz Anspruch auf bestimmte Leistungen für Essen, Unterkunft, Kleidung oder Gesundheitsversorgung. Sie bekommen dies zum Teil als Sachleistung, zum Teil in Form von Gutscheinen oder Bargeld. Die Bundesregierung überarbeitet das Gesetz derzeit.

Das Bundesverfassungsgericht hatte im Juli entschieden, dass Asylbewerber mehr Geld bekommen müssen, weil die bisherige Regelung gegen das Recht auf ein menschenwürdiges Existenzminimum verstoße. Friedrich kritisierte das Urteil: "Das wird dazu führen, dass die Asylbewerberzahlen noch weiter steigen, denn es wird für Wirtschaftsflüchtlinge noch attraktiver, zu uns zu kommen und mit Bargeld wieder abzureisen."

Auch Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) forderte ein Eingreifen - unter anderem durch eine zügigere Bearbeitung der Verfahren. Ziel müsse es sein, die Asylsuchenden nach 30 Tagen wieder in ihre Heimat zu schicken, sagte er am Samstag.

Pro Asyl kritisierte die Debatte dagegen als hysterisch. "Es wird der Eindruck vermittelt, es gehe um eine riesige Bedrohung, die auf uns zukommt. Das ist absurd", sagte der Geschäftsführer der Organisation, Günter Burkhardt. Es gehe nicht um horrende Zahlen. Wenn Friedrich von massenhaftem Asylmissbrauch spreche, schüre er Vorurteile. "Man spielt mit ausländerfeindlichen Ressentiments."