Rund 80 Kilometer süd-westlich von Berlin sprudelt sie seit Juni mit einer Temperatur von 30 Grad in die Becken.
70 000 Besucher hatte die Wellness-Oase nach den Worten von Sprecherin Heike Köpping seit der Eröffnung. Mit täglich knapp 600 Besuchern im November wurden schon nach wenigen Monaten die "Planzahlen" erreicht. "Die Wellness-Branche boomt in Brandenburg", sagt der Pressesprecher der Tourismus-Marketing Brandenburg (TMB), Christian Tänzler. Nicht nur stressgeplagte Hauptstädter, sondern auch Einwohner aus anderen Bundesländern kämen in die vier Thermen Brandenburgs.
2001 verbuchten die acht staatlich anerkannten Kur- und Bäderorte Brandenburgs mehr als eine Million Übernachtungen, das sind rund zwölf Prozent aller Gesamtübernachtungen. Templin mit seiner Naturtherme in der Uckermark führte mit fast 240 000 Übernachtungen im vergangenen Jahr die Liste der Kurorte an. Bis Ende dieses Jahres werden nach den Worten von Sprecherin Anke Wlodarczyk rund 370 000 Gäste erwartet, ursprünglich war mit 190 000 jährlich gerechnet worden.
Die Therme ist wegen der langen Wasserrutschen und der Sand- und Matschecke besonders bei Eltern mit Kindern beliebt. Aber auch Pärchen kommen auf ihre Kosten: So ist das Cleopatra-Bad, in dem man sich auch zu zweit in einer Milch-Honig-Essenz aalen kann, am Wochenende schon bis Jahresende komplett ausgebucht.
Mit durchschnittlich rund 1000 Tagesgästen ist auch die Leiterin der Kristall Kur- und Gradiertherme in Bad Wilsnack (Prignitz), Christiane Sajonz, mehr als zufrieden. Trotz einwöchiger Schließzeit wegen des Hochwassers im Sommer wird voraussichtlich die Zahl der 320 000 Besucher im letzten Jahr übertroffen. Viele Berliner kommen mit dem günstigen Brandenburg-Ticket in rund eineinhalb Stunden in den Kurort
Rund 360 000 Besucher kamen im vergangenen Jahr in die Saarow-Therme im gleichnamigen Kurort (Oder-Spree). Clou ist hier das oft schon im Voraus ausgebuchte Bierbad, in dem man in einem von der Neuzeller Klosterbrauerei eigens hergestellten Badebier schwimmt.
Trotz des Booms gibt es auch Probleme: Zum einen sind die Bäder am Wochenende meist so hoffnungslos überfüllt, dass man sogar auf den Eintritt warten muss. Viel Ärger gibt es zudem um das so genannte "Mallorca-Syndrom" bei den Ruheliegen: Schon am Morgen werden die Liegen mit Handtüchern "gebunkert" - keine Chance für später Kommende.
Wellness-Angebote im Internet: www.reiseland-brandenburg.de/pages/reisethemen_wellness.html