"Wir sind uns der Brisanz des Falles bewusst", sagte Staatsanwalt Tobias Wagner. Zum einen wird die Leiche auf Spuren von Medikamenten oder Giften untersucht, zum anderen wird sie mikroskopisch etwa auf Gewebeveränderungen geprüft.

Die Frau sei an den Folgen einer Lungenembolie gestorben, hatten Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag mitgeteilt. Das sei das vorläufige Ergebnis der Leichenschau in der Universität Heidelberg.

Bei der Toten handelt es sich um eine Ex-Freundin von Florian H., einem ehemaligen Neonazi, der im Herbst 2013 in einem Wagen in Stuttgart verbrannt war. Florian H. soll gewusst haben, wer die Polizistin Michèle Kiesewetter 2007 in Heilbronn getötet hatte. Der Mord an der Polizistin sowie eine Serie rassistisch motivierter Morde an neun Geschäftsleuten türkischer und griechischer Herkunft wird dem "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU) zugeschrieben. Der NSU-Ausschuss des Stuttgarter Landtags soll die Verbindungen der rechten Terrorzelle in den Südwesten Deutschlands und mögliches Behördenversagen genauer betrachten.

Die Frau war vor Kurzem vom Ausschuss vernommen worden - in nicht-öffentlicher Sitzung, weil sie sich bedroht gefühlt hatte. Der Ausschussvorsitzende Wolfgang Drexler (SPD) begrüßte die weiteren Analysen. Damit werde verhindert, dass Lücken für Spekulationen entstünden. Er selbst hat keinen Zweifel an den Schilderungen der Behörden: "Es ist ein sehr tragischer und bedauerlicher Fall." Nach Angaben weiterer Ausschussmitglieder hatte die Frau vor dem Ausschuss keine konkrete Gefahr benannt. Ihr sei der Auftritt offensichtlich schwergefallen, schilderte SPD-Obmann Nikolaos Sakellariou

Der Krankheitsverlauf stellt sich den Behörden wie folgt dar: Sie habe sich am Dienstag bei einem leichten Motorradunfall eine Prellung am Knie zugezogen. Zwar sei sie mehrfach ärztlich auch mit Anti-Thrombosemitteln behandelt worden, trotzdem habe diese Verletzung letztlich eine Verstopfung eines Blutgefäßes der Lunge ausgelöst.