Brandenburg erwartet die Ankunft weiterer Flüchtlinge. Für Montagmorgen sei wieder ein Sonderzug avisiert worden, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Ingo Decker, am Sonntag. Außerdem sollen noch bis Sonntagabend fünf Busse mit vermutlich 300 Personen ankommen.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) betonte, Landräte und Oberbürgermeister würden bereits vorbildlich die Notfallpläne umsetzen. „Wir werden um kommunale Turnhallen nicht herumkommen“, betonte er. Wie in Hamburg werden Beschlagnahmungen vorbereitet, um leer stehenden Gewerberaum nutzen zu können. „Die Situation lässt und keine Wahl“, sagte er.

Am kommenden Donnerstag treffen sich die Landräte mit Sozialministerin Diana Golze (Linke) und Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD). Hintergrund ist ein Schreiben an Ministerpräsident Woidke zu den drängenden Probleme rund um Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern.

Aus den beiden Sonderzügen am Samstag blieben 436 Menschen im Land. Sie wurden in die Zentrale Aufnahmestelle in Eisenhüttenstadt und in die Außenstelle Doberlug-Kirchhain (Elbe-Elster) gebracht. Dort sollen sie zunächst zur Ruhe kommen. Für die meist aus Syrien stammenden Neuankömmlinge gibt es dort Notquartiere. Ab Montag stehen Plätze für etwa 400 Menschen in einer Messehalle in Frankfurt (Oder) bereit. Sie wurde in den vergangenen Tagen hergerichtet.

Bis Ende September waren knapp 17 200 Flüchtlinge nach Brandenburg gekommen, davon rund 7000 allein im September. Im gesamten vergangenen Jahr kamen 6300. Bis zum Jahresende könnten es 30 000 Asylbewerber werden. Daher prüft das Innenministerium Standorte für neue Erstaufnahmen.