Die Machart sei die gleiche wie bei den bisher gefundenen Brandsätzen, teilte ein Polizeisprecher mit. Sie seien an beiden Seiten des Bahntrasse mit vier Gleisen deponiert gewesen. Jeder Brandsatz bestehe aus mehreren Behältern mit offenbar brennbarer Flüssigkeit. Ob es sich um Benzin handelt, wollte der Sprecher mit Hinweis auf die Ermittlungen des Landeskriminalamtes nicht sagen.Die Polizei geht von linksextremistischen Tätern aus. In einem Bekennerschreiben zu den Attacken am Montag war ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Eine linksextreme Gruppe hatte darin gegen den Bundeswehreinsatz in Afghanistan protestiert. In der im Internet veröffentlichten Erklärung hieß es, "Sabotagehandlungen an mehreren Kabelschächten" sollten die Hauptstadt "in den Pausenmodus" zwingen.

Der Tunnel wurde laut Bahn gesperrt, Züge wurden umgeleitet. Der Hauptbahnhof selbst war nicht von den Sperrungen betroffen. Erst wenige Stunden zuvor waren am Eisenbahnknotenpunkt Grünau im Südosten der Stadt drei Brandsätze gefunden worden. Sie wurden unschädlich gemacht und sollten kriminaltechnisch überprüft werden. Bahn und Bundespolizei haben die Kontrollen der Gleise verstärkt, seit am Montag ein Brandsatz in Brandenburg Signalanlagen zerstört hatte. "Überall dort, wo wir wissen, dass wir gefährdete Infrastruktur haben, setzen wir momentan vermehrt Sicherheitskräfte ein und sensibilisieren die Mitarbeiter", sagte ein Bahnsprecher am Dienstag in Berlin, ohne auf einzelne Orte einzugehen. So kontrollierten beispielsweise Mitarbeiter, die sonst an anderen Stellen im Einsatz seien, Kabelschächte.

Auch in Berlin und Brandenburg wurden die Kontrollen von Gleisen und Anlagen ausgeweitet. "Wir haben in enger Abstimmung mit der Bahn das Personal verstärkt", sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Sowohl uniformierte Polizisten als auch verdeckte Zivil-Ermittler seien unterwegs. Auch ein Hubschrauber, der mit einer Wärmebildkamera ausgestattet ist, sei im Einsatz.

Details wurden aus ermittlungstaktischen Gründen nicht genannt. "Wir wollen nicht berechenbar sein", sagte der Sprecher. In der Region gehe es um rund 6400 Kilometer Bahngleise. Die Kontrollen richteten sich auch auf neuralgische Punkte der Infrastruktur wie Bahnhöfe.

Die Bahn wies darauf hin, dass das gesamte Streckennetz von bundesweit etwa 34 000 Kilometern nicht lückenlos überwacht werden könne. Die Bahn habe bereits in den letzten Monaten im und um Berlin die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt.

Auch in Köln und München wurden die Sicherheitsvorkehrungen an Knotenpunkten der Bahn verschärft. Ein Bahn-Sprecher sagte, alle Mitarbeiter seien "noch einmal sensibilisiert" worden, damit mögliche Auffälligkeiten an den Gleisanlagen nicht übersehen werden.