Der sächsische Wissenschaftsminister Matthias Rößler (CDU) istwortkarg geworden, wenn es um den Wiederaufbau der LeipzigerPaulinerkirche geht. Seine Äußerungen hatten in der Vergangenheitzu Irritationen beigetragen. Das Ergebnis eines Gesprächs mit demPaulinerverein zu Wochenbeginn nun wurde wohl aus diesem Grundelediglich mit einigen wenigen Zeilen schriftlich wiedergegeben.Danach soll an dem umstrittenen Architekturentwurf für dieGestaltung des Leipziger Augustusplatzes festgehalten werden.
Die Diskussion sei im Fluss, die Stadt Leipzig und dieUniversität einerseits, der Paulinerverein andererseits, bewegtensich aufeinander zu, heißt es in einer Einschätzung desWissenschaftsministeriums. Diese Einschätzung ist zumindestoptimistisch. Zwar hatte sich Ministerpräsident Georg Milbradt(CDU) am vergangenen Wochenende auf die Universität zu bewegt,indem er darauf verwies, dass im Kabinettsbeschluss von einemoriginalgetreuen Wiederaufbau der Paulinerkirche nicht die Redesei. Er habe bewusst eine diesbezügliche Festlegung vermieden.Ziel sei eine integrierte Lösung von Kirche und Universitätsaula.Der Paulinerverein hingegen besteht weiter auf derWiedererrichtung der gotischen Hallenkirche mit Schrägdach,Fensterrosette und Dachreiter.
Bei dem Gespräch mit dem Paulinerverein hatte esWissenschaftsminister Matthias Rößler offensichtlich vermieden,den Vertretern des Paulinervereins die Annäherung zwischenMinisterpräsident und Universität deutlich zu machen. Es habeeine Bestandsaufnahme gegeben, der eine habe den anderen nichtüberzeugen wollen, sagt Manfred Wurlitzer, einer derstellvertretenden Vereinsvorsitzenden. Auf den historischenWiederaufbau könne der Verein aber schon aus Satzungsgründennicht verzichten. Zudem sei vorgesehen, den Wiederaufbau derPaulinerkirche, wenn es denn dazu komme, durch Spenden zufinanzieren, die der Paulinerverein in aller Welt einwerbenmüsse, sagt Wurlitzer. Das könne nur funktionieren, wenn sich derWiederaufbau am zerstörten Original orientiere, anders sei dasnicht zu machen.
Von der Universitätsleitung aber wird eine originalgetreueRekonstruktion der Universitätskirche weiter ausgeschlossen. Wennder Paulinerverein auf seiner fundamentalistischen Haltungbeharre, klinke er sich aus dem Kreis der Diskutanten aus, sagtProrektor Franz Häuser.