In Deutschland ist eine „grüne Weihnacht“ eher die Regel. Dafür gibt es sogar mehrere Gründe. Der Winter hat kalendarisch im Jahr 2018 erst am 21. Dezember begonnen. Am Freitag hatte die Sonne bei ihrer scheinbaren „Pendelbewegung“ um den Äquator ihren südlichen Wendekreis erreicht. Damit ist der Dezember – streng genommen – noch gar kein Wintermonat. Schon gar nicht in der Lausitz.

Hier im Flachland brauchen wir eisige Luftmassen aus dem Norden oder dem Nordosten, damit der Winter richtig Einzug halten kann. Oft aber ist es ein ziemlich zuverlässiges Wetter-Phänomen, das den weißen Weihnachtstraum platzen lässt. Pünktlich zum Fest tritt in unseren Breiten regelmäßig das „Weihnachtstauwetter“ auf und macht seinem Namen alle Ehre. Dabei sorgen nach einer ersten Kälteperiode die Weihnachtszyklone dafür, dass milde Meeresluft in die Lausitz weht.

Für ein weißes Weihnachtsfest brauchen Lausitzer eine ganz besondere Wetterlage. Nur wenn ein ordentliches Hochdruckgebiet über Schweden oder über dem Nordwesten Russland liegt und gleichzeitig ein Tiefdruckgebiet südlich der Alpen über Italien „abhängt“, hilft ein eiskalter Nordwind dem Lausitzer Winter richtig auf die Sprünge. Gibt es diese Hoch-über-Tief-Situation nicht, sieht’s in Südbrandenburg an den Feiertagen stets trübe aus.

Und so können die Lausitzer auch in diesem Jahr – wie in so vielen Jahren davor – an den Feiertagen besonders gut wieder das Phänomen des legendären „Weihnachtstauwetters“ beobachten.