Und dennoch erregt das Thema immer wieder die Gemüter. Die Weinbauvereine zwischen Elster und Neiße lassen nichts unversucht, um sonnige Areale mit geeigneten Rebsorten zu bestücken. In Elsterwerda gibt es gar einen handfesten Streit. Am heutigen Donnerstag sollen in einer Bürgerversammlung Pro und Kontra zum Weinanbau auf dem Biehlaer Winterberg abgewogen werden. Inzwischen übt eine Bürgerinitiative Druck auf das Parlament aus und stellt sich gegen den Weinbauverein. Bürger wollen den zur Wildnis verkommenen Winterberg jetzt eigenhändig - ohne Rebsorten - zum Naturerlebnisbereich umgestalten. Abgesehen von Schliebener Weinbautraditionen könnte der gerade abgefüllte und verkostete erste Tropfen aus dem Tagebau eine Gedankenstütze und Entscheidungshilfe für das Elsterwerdaer Projekt sein. Die seit 2005 an einer Böschung des Tagebaus Welzow-Süd herangewachsenen Rebsorten Ortega, Merzling (beide weiß) und Rondo (rot) wurden zu süffigen Tropfen. Warum soll es den nicht auch vom Biehlaer Winterberg geben?