Weihnachten ist nicht mehr weit – höchste Zeit, sich nach Geschenken umzuschauen. Dafür bot sich ein Bummel im Justizministerium in Potsdam an. Dort gab es den traditionellen Weihnachtsbasar mit preisgünstigen Produkten aus den Gefängnissen des Landes. Im Angebot: Räuchermännchen, Schwibbögen, Weihnachtspyramiden sowie Adventskränze und Weihnachtssterne. Hergestellt wurden die Produkte in den sieben Gefängnissen des Landes, darunter auch in Cottbus und Luckau/Duben. Dort gibt es unterschiedliche Werkstätten: beispielsweise Schlosserei, Tischlerei, Schneiderei oder auch Gärtnerei und Auto-Werkstatt. Die Produkte reichen vom Grill über Möbel bis hin zu Hemden oder Schlafanzügen.

„Die Produkte vertreiben wir unter dem Label ‚Meisterhaft', berichtete Jörg-Peter Futh, Leiter des Bereichs Arbeit und Versorgung in der Haftanstalt Brandenburg/Havel. Bestellt werden können sie über ein gleichnamiges Internetportal. Individuelle Wünsche werden besser persönlich abgestimmt, so Futh. „Unsere Produkte sind relativ günstig, weil wir beispielsweise auf die Mehrwertsteuer verzichten“, so Futh. Die Preise orientierten sich am Markt – um die Betriebe „draußen“ nicht zu verärgern.

Allein im Gefängnis Brandenburg/Havel werden so jährlich rund 750 000 Euro für den Landeshaushalt erwirtschaftet. Der Erlös der Verkaufsausstellungen kommt laut Justizministerium jedoch jeweils einer gemeinnützigen Einrichtung zugute.

Rund 1350 Menschen sitzen derzeit laut Ministerium in den Haftanstalten des Landes ein. Der Großteil der Strafgefangenen ist zur Arbeit verpflichtet. Ihr Verdienst liegt zwischen neun bis 14 Euro pro Tag. Waren die Arbeitsplätze vor einigen Jahren in den Eigenbetrieben der Gefängnisse noch knapp, bleiben inzwischen Stellen unbesetzt. „Wir haben zu wenige Gefangene“, schilderte Futh. Die Zeiten, in denen bundesweit eine Überbelegung dem Justizressort Kopfzerbrechen bereitete, sind vorbei.

In Brandenburg soll auch eine Anstalt geschlossen werden. Laut Ministerium sind von den 800 Männern im geschlossenen Strafvollzug 75 Prozent in den Betrieben beschäftigt.