Die Staatsanwaltschaft in Potsdam erklärte, die Todesursache des Babys aus Premnitz solle eine Obduktion klären. "Es kann sich um Mord, Totschlag oder auch fahrlässige Tötung handeln." Nach Zeitungsberichten hatte die Schülerin das Neugeborene in eine Tüte gepackt und in einen Papiercontainer geworfen. Ob das Kind zu dem Zeitpunkt noch lebte, sei unklar, hieß es von der Staatsanwaltschaft, die auch über das Geschlecht des Babys keine Angaben machte. "Aus Jugendschutzgründen halten wir uns zurück."
Die Polizei hatte nach den Medienberichten die kleine Leiche durch eine umfangreiche Suche in dem Müllcontainer gefunden. Die 16-Jährige hatte die Schwangerschaft zwar verheimlicht. Eine Gynäkologin hatte jedoch bei einer Routineuntersuchung entdeckt, dass die Schülerin kurz zuvor entbunden hatte. Unter Tränen habe das Mädchen erzählt, wie es das Baby alleine in der Plattenbauwohnung seiner Mutter zur Welt gebracht und es später in den Müll geworfen habe. Die Frauenärztin soll die Polizei alarmiert haben.
Das in Schleswig-Holstein gefundene tote Baby ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Flensburg erst kurz nach seiner Geburt gestorben. Arbeiter hatten die Leiche am Donnerstag in der Papiersortieranlage eines Müllentsorgungsunternehmens entdeckt. "Wir sind alle schockiert", sagte ein Mitarbeiter der Firma. "Mit 50 Zentimetern und knapp 3000 Gramm war der Säugling normal entwickelt", sagte ein Polizeisprecher. Die Identität der Mutter war gestern noch unklar.
Den Ermittlungen zufolge lag der Leichnam in einer grünen Papierabfalltonne aus dem Einzugsgebiet des Kreises Nordfriesland einschließlich der Nordsee-Inseln. Die Einwohner wurden aufgerufen, verdächtige Beobachtungen bei der Entsorgung von Papierabfällen zu melden. Erbeten sind außerdem Hinweise auf eine Frau, die schwanger war und jetzt kein Baby versorgt. (dpa/roe)