Bisher gibt es 44 Schulen in Brandenburg, an denen Klassen für den vor zwei Jahren gestarteten Modellversuch eingerichtet wurden.
Der Schulversuch sieht den Wechsel von der Grundschule auf das Gymnasium bereits nach der vierten statt der sechsten Klasse vor und führt in zwölf statt 13 Jahren zum Abitur. Das Interesse von Kindern und Eltern an diesem Bildungsweg hat nach Angaben des Brandenburger Bildungsministeriums zugenommen. Sieben, statt bisher sechs Prozent der Schüler der derzeit vierten Klassen haben sich für das „Turboabitur“ angemeldet. Durch die geburtenschwachen Jahrgänge wird trotzdem an einigen Schulen die Sollstärke von 25 Kindern pro Schnellläuferklasse nicht erreicht. Die Anmeldungen bleiben sogar teilweise unter der Mindestanzahl von 22 Schülern.
In der kommenden Woche soll deshalb entschieden werden, ob einige Klassen auch mit weniger als 22 Teilnehmern durch eine Sondergenehmigung eingerichtet werden können. Das kündigte der Sprecher des Bildungsministeriums, Martin Gorholt, an. Das soll besonders dann geschehen, wenn ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt sonst gar keine neue Schnellläuferklasse im kommenden Schuljahr erhalten würde.
Sicher ist bisher der Neustart zum „Turbo-Abitur“ am Elster-Gymnasium in Elsterwerda und am Fürst-Pückler-Gymnasium in Cottbus. Mit jeweils 20 Anmeldungen stehen Gymnasien in Senftenberg, Guben, Spremberg und Herzberg noch auf der Kippe.
Gute Aussichten auf eine Sondergenehmigung hat das Sorbische Gymnasium in Cottbus, wo bisher 21 Anmeldungen vorliegen. Keine neuen Schnelläuferklassen werden nach Angaben des Bildungsministeriums am Calauer Gymnasium und am Humboldt-Gymnasium in Cottbus eingerichtet.