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Wegen Schnee und Frost: Unfall-Alarm in der Lausitz

Sedlitz Ein LKW kam gegen 15 Uhr auf der B169 in der Ortslage Sedlitz von der Fahrbahn ab und stürzte um. Der LKW hat über 20 Tonnen Betonteile geladen. Polizei und Feuerwehr sicherten die Unfallstelle und sperrten die Fahrtrichtung Cottbus. Die Fahrzeuge wurden über die Ortslage Sedlitz an der Unfallstelle vorbeigeleitet. Die Bergung des Lastkraftwagens wird mehrere Stunden dauern.
Sedlitz Ein LKW kam gegen 15 Uhr auf der B169 in der Ortslage Sedlitz von der Fahrbahn ab und stürzte um. Der LKW hat über 20 Tonnen Betonteile geladen. Polizei und Feuerwehr sicherten die Unfallstelle und sperrten die Fahrtrichtung Cottbus. Die Fahrzeuge wurden über die Ortslage Sedlitz an der Unfallstelle vorbeigeleitet. Die Bergung des Lastkraftwagens wird mehrere Stunden dauern. FOTO: Steffen Rasche
Region. Schnee und Eis haben Autofahrern am Donnerstag das Leben mancherorts schwer gemacht. In Brandenburg wurden während der besonders tückischen Stunden im morgendlichen Berufsverkehr bis zum späten Vormittag rund 100 Unfälle registriert, wie ein Sprecher des Brandenburger Polizeipräsidiums mitteilte. Das sei eine ungewöhnlich hohe Zahl. Bei etwa der Hälfte der Unfälle war die Witterung die Ursache: zu geringer Sicherheitsabstand auf glatten Fahrbahnen, zu schnelles Fahren oder riskante Überholmanöver. Auch in der Lausitz häuften sich die Unfälle, besonders im Landkreis Dahme-Spreewald. red/dpa/lsc

Die Polizeidirektion Süd zählte am Donnerstag zwischen 3 und 7 Uhr morgens allein 17 glättebedingte Zusammenstöße. Vor allem im Landkreis Dahme-Spreewald war die Polizei in den Morgenstunden wegen zahlreicher Unfälle ständig im Einsatz. "Fast alle Unfälle gingen auf Glätte zurück" sagte ein Sprecher. Es sei meist bei Blechschäden geblieben. Nach dem Berufsverkehr gingen die Unfallzahlen ab 9 Uhr wieder deutlich zurück.

Nach Prognosen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bleibt es in der Region Berlin-Brandenburg vorläufig frostig. Bei Temperaturen zwischen minus 3 und minus 1 Grad wurden für Donnerstag gebietsweise ein bis fünf Zentimeter Neuschnee erwartet. Vor allem für den Abend wurde mit mehr Glätte durch überfrierende Nässe gerechnet. In der Nacht zu Freitag sollten die Temperaturen den Vorhersagen zufolge dann auf bis zu minus 12 Grad sinken. In der Nacht zum Samstag sind Temperaturen bis zu minus 15 Grad möglich.

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Cottbus warnte unterdessen vor dem Betreten der ersten dünnen Eisflächen auf Seen und Teichen. Das Eis auf stehenden Gewässern müsse dafür mindestens 15 Zentimeter dick sein, auf fließenden mindestens 20 Zentimeter.

Hier ein Ausschnitt der Unfälle, die sich am Mittwoch und Donnerstag in der Lausitz ereignet haben:

Spree-Neiße

Da die Straßenverhältnisse am Mittwoch gegen 17:30 Uhr nicht entsprechend beachtet wurden, rutschte ein Dacia in der Bleichestraße in Burg (Spreewald) gegen einen Baum. Verletzt wurde niemand, aber ein Schaden von rund 2000 Euro muss nun reguliert werden.

In Steinitz ist am Mittwochnachmittag gegen 16 Uhr ein Linienbus in der Steinitzer Dorfstraße ins Rutschen gekommen und gegen einen Grundstückszaun gefahren. Alle sechs Insassen des Busses blieben unverletzt. Der entstandene Schaden wurde mit rund 10 000 Euro angegeben.

Bei winterlichen Straßenverhältnissen ist am Donnerstag gegen 06:15 Uhr in Jehserig ein Mercedes-Transporter in den Gegenverkehr geraten und stieß mit einem entgegenkommenden Mazda zusammen. Die Mazda-Fahrerin verletzte sich leicht. Sachschadensbilanz: rund 6500 Euro.

In Welzow ist kurz nach 9 Uhr am Donnerstag ein Pkw bei einem witterungsbedingten Verkehrsunfall zwischen Lieske und Welzow von der Fahrbahn abgekommen. Die 39-jährige Autofahrerin musste zur Behandlung ihrer leichten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht werden. Sachschaden: rund 4000 Euro.

Auf der A15 bei Vetschau ist ein BMW auf der winterglatten BAB 15 zwischen den Anschlussstellen Vetschau und Cottbus am Mittwoch kurz vor 21:30 Uhr von der Fahrbahn abgekommen und im Straßengraben stehen geblieben. Ein Abschleppdienst musste den Wagen mit einem Schaden von rund 1000 Euro bergen. Verletzt wurde niemand.

Dahme-Spreewald

Winterglatte Straßen und nicht auf die Witterungsverhältnisse angepasste Geschwindigkeit waren am Donnerstagmorgen die Ursache für eine Vielzahl von Unfällen im Landkreis. Zunächst ist gegen 3 Uhr ein Chrysler in der Karl-Marx-Straße in Niederlehme von der glatten Fahrbahn abgekommen und gegen das Tor einer Grundstückseinfahrt gerutscht. Schadensbilanz: rund 2000 Euro.

In Zeesen rutschte gegen 3:45 Uhr ein Renault von der Karl-Liebknecht-Straße und kollidierte mit einer Straßenlaterne. Die Laterne hielt stand, der Fahrer klagte jedoch nach dem Aufprall über Schmerzen, die durch einen hinzugerufenen Rettungsdienst medizinisch versorgt wurden. Die Schäden am nicht mehr fahrbereiten Auto und der Laterne summierten sich auf über 2000 Euro.

In Heidesee war der Fahrer eines Opel wahrscheinlich zu schnell unterwegs und kollidierte in der Brandenburger Straße gegen 5:15 Uhr mit einem BMW. Der Unfall verlief bei einem Sachschaden von etwa 1000 Euro glimpflich.

Am Kreisverkehr auf der Bundesstraße 246 kurz vor Bestensee verlor ein Autofahrer kurz nach 5:30 Uhr die Kontrolle über sein Fahrzeug, es rutschte in den Straßengraben und kam auf der Seite zum Liegen. Der Fahrer konnte sich unverletzt aus dem Fahrzeug befreien, und auch der Wagen blieb bei einem Schaden von rund 2000 Euro fahrbereit, nachdem er durch die Feuerwehr wieder auf die Räder gestellt wurde.

Zeitgleich landete in der Lieberoser Straße kurz vor Lübben ein Wagen im Straßengraben. Mit geringen Schäden blieb der Wagen nach der Bergung fahrbereit und der Fahrer blieb unverletzt.

Am Ortsausgang von Schenkendorf rutschte ein Dacia kurz vor 6 Uhr von der Landstraße 30 und kollidierte mit einem Baum. Die Insassen, darunter zwei Kinder, blieben unverletzt, allerdings musste der Wagen mit einem Schaden von über 2000 Euro von einem Abschlepper geborgen werden.

Ohne größere Beschädigung endete die Fahrt für einen Autofahrer zwischen Riedebeck und Drauschemühle, nachdem das Auto von der Straße gerutscht war und im Straßengraben zum Stehen kam. Ohne fremde Hilfe kam der Wagen jedoch nicht mehr aus dem Graben, so dass ein Abschlepper zur Unterstützung gerufen wurde.

Rund 15000 Euro Gesamtschaden mussten nach einem Unfall in der Ragower Gartenstraße protokolliert werden, nachdem dort ein Toyota kurz nach 6:30 Uhr in einer Kurve von der Fahrbahn abgekommen war und einen Zaun, eine Straßenlaterne sowie ein Hebewerk beschädigte.

Auch Fahrer von Linienbussen hatten mit den schwierigen Straßenverhältnissen zu kämpfen. In Senzig und in Neue Mühle rutschten Busse gegen 7 Uhr jeweils gegen ein Verkehrszeichen und verursachten so geringe Sachschäden. Verletzt wurde niemand.

Kurz vor 8 Uhr waren es wiederum die Einsatzkräfte in Lübben, die zu einem Glätteunfall in die Hartmannsdorfer Straße gerufen wurden, nachdem ein Auto von der Fahrbahn abgekommen war. Unverantwortlich war hierbei, dass der Kleinwagen mit Sommerreifen unterwegs war. Glücklicherweise blieb es bei Sachschäden, die mit rund 2000 Euro angegeben wurden. Gegen die Fahrerin wurde ein Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen der unzureichenden Bereifung eingeleitet.

Nicht an die Witterung angepasste Geschwindigkeit war die Ursache für einen Unfall in Wildau, der sich gegen 9:30 Uhr im Hochschulring ereignete. Ein VW war mit einem dort abgestellten Auto zusammengestoßen und hatte so einen Sachschaden von rund 6000 Euro verursacht.

Oberspreewald-Lausitz

Der 18-jährige Fahrer eines Honda hat am Mittwochnachmittag die Ortsverbindungsstraße F 60 zwischen Lichterfeld (EE) und Lauchhammer (OSL) befahren. Zum Unfallzeitpunkt gegen 15:15 Uhr fing es an, stark zu schneien. Der junge Mann verlor dabei kurzzeitig die Kontrolle über das Fahrzeug, kam nach links von der Fahrbahn ab und überschlug sich mit dem Auto. Am Honda entstand Totalschaden. Der Fahrer sowie die 17-jährige Beifahrerin wurden durch Rettungskräfte in ein Krankenhaus gebracht.

Gegen 21:45 Uhr rutschte am Mittwoch in der Nähe der Abfahrt Hörlitz/B 169 ein Auto von der Fahrbahn und touchierte die Leitplanke. Die Schadenshöhe beträgt etwa 1000 Euro.

Bei Freienhufen kam am Donnerstag gegen 4:30 Uhr eine Fahrzeugführerin mit ihrem Auto von der Fahrbahn ab und in einem Graben zum Stehen. Das Fahrzeug war nicht mehr fahrbereit und musste abgeschleppt werden. Die Schadenshöhe ist nicht bekannt.

Ein Verkehrsunfall aufgrund der Straßenglätte hat sich am Donnerstagmittag auf der B169 zwischen Schwarzheide und Brieske ereignet. Beim Überholvorgang ist ein Auto ins Rutschen gekommen und kopfüber im Straßengraben gelandet. Die beiden Insassen wurden ins Krankenhaus gebracht. Der Verkehr wurde während der Bergungsarbeiten an der Unfallstelle vorbeigeleitet.

In Sedlitz ist am Donnerstag gegen 15 Uhr ein Lkw auf der B169 in der Ortslage Sedlitz von der Fahrbahn abgekommen und umgestürzt. Der LKW hatte über 20 Tonnen Betonteile geladen. Polizei und Feuerwehr sicherten die Unfallstelle und sperrten die Fahrtrichtung Cottbus. Die Fahrzeuge wurden an der Unfallstelle vorbeigeleitet. Die Bergung des Lastkraftwagens wird mehrere Stunden dauern.

Elbe-Elster

Zwischen Falkenberg und Schmerkendorf rutschte am Donnerstagmorgen gegen 4:20 Uhr ein Nissan in einer Kurve seitlich gegen ein Winterdienstfahrzeug. Der Fahrer des Nissan wurde mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Sein Auto musste abgeschleppt werden. Der Gesamtschaden ist derzeit noch nicht bekannt.

Ein Lkw ist am Donnerstag gegen 06:50 Uhr auf der B 87, An den Steinenden, ins Rutschen und quer auf der Fahrbahn zum Stehen gekommen. Die B 87 blieb bis 8:30 Uhr voll gesperrt, bis der Lkw geborgen werden konnte. Ein Schaden von etwa 500 Euro entstand, der Lkw konnte seine Fahrt aber fortsetzen.

Aufgrund unangepasster Geschwindigkeit bei winterglatter Fahrbahn sind auf der Lange Straße in Schlieben am Donnerstag gegen 7:30 Uhr ein Peugot und ein Ford zusammengestoßen. Beide PKW blieben fahrbereit. Es entstand ein Sachschaden von etwa 1000 Euro.