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| 01:29 Uhr

Wasserwirtschaft macht wegen CCS gegen Vattenfall mobil

Potsdam. Die Pläne des Lausitzer Energiekonzerns Vattenfall zur Speicherung von Kohlendioxid (CO2) stoßen auf Widerstand der Verbandsvertreter der Wasserwirtschaft. Auf einer Veranstaltung in Potsdam erklärte die Geschäftsführerin der bundesweiten Allianz für öffentliche Wasserwirtschaft, Christa Hecht, dass Gefahren für das Grund- wie das Trinkwasser nicht ausgeschlossen werden könnten und deswegen die Vattenfall-Pläne nicht verwirklicht werden sollten. Von Johann Legner

Hecht stützte sich in ihrer Stellungnahme auf eine Reihe von Untersuchungen, nach denen es keine hinreichend gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu gebe, wie die stark salzhaltigen Wasserschichten reagieren würden, in die das CO2 gepresst werden soll. Auch ein Vertreter des brandenburgischen Städte- und Gemeindebundes machte deutlich, dass es bei den Kommunen des Landes erhebliche Skepsis in Bezug auf das Vorhaben gebe. So werde befürchtet, dass mit den Konzepten zur CCS-Technik – also der Abscheidung und Speicherung des Gases – die Monopolstellung der großen Energieversorger zulasten der Stadtwerke weiter zementiert werde.

Zu der Veranstaltung im Haus der Natur waren auch Politiker aller im Bundestag vertretenen Parteien geladen worden. Dabei wurde deutlich, dass die Pläne zur Speicherung des Klimagases noch einige Zeit ohne sichere gesetzliche Rahmenbedingungen vorangetrieben werden müssen. Der Lausitzer FDP-Bundestagsabgeordnete Martin Neumann konnte nicht sagen, wann sich die in Berlin regierende Koalition auf einen gemeinsamen Gesetzesvorschlag einigt, der dann dem Bundestag und der Länderkammer, dem Bundesrat, zur Beschlussfassung vorgelegt werden wird. Der Sprecher der Linkspartei, der Landtagsabgeordnete Thomas Domres, sagte, seine Partei werde solch einem Gesetz nur zustimmen, wenn dabei die von der Linken vorgebrachten Einwände berücksichtigt werden. Er vermied eine Aussage dazu, ob bei Ablehnung des Gesetzes durch die Bundes-Linken der brandenburgische Landesverband eine Enthaltung im Bundesrat erzwingen werde und sagte lediglich, dass es in seiner Partei erheblichen Diskussionsbedarf gebe. Für die CDU erklärte der Landtagsabgeordnete Steeven Bretz, dass seine Partei grundsätzlich weiterhin die Entwicklung der CCS-Technologie befürworte.