"Wir gehen davon aus, dass der Scheitel erreicht ist", sagte eine Stadt-Sprecherin gestern in Hitzacker. Der Wasserstand sei relativ stabil und liege bei 7,63 Metern. Das seien zwölf Zentimeter mehr als 2002. Das Wasser werde vermutlich noch einen Tag lang stehen und dann langsam absinken. Dies werde zehn bis zwölf Tage dauern.
In schleswig-holsteinischen Lauenburg lag der Pegel bei 9,10 Metern, sechs Zentimeter höher als am Samstag. Er werde voraussichtlich noch bis 9,20 Meter steigen, befürchtet ein Stadtsprecher. "Wir haben die Lage aber komplett im Griff." Die Bürger seien an überflutete Keller gewöhnt: Die Gebäude in der betroffenen historischen Altstadt hätten Sandböden in den Kellern.

Pegel in Mühlberg gefallen
Auch in Frankfurt (Oder) gingen die Pegelstände zurück. Es verlaufe "alles im normalen Rahmen", sagte ein Polizeisprecher. Am Samstag musste die Polizei einige Keller auspumpen. Auch in Mühlberg (Elbe-Elster) sei der Pegel deutlich zurückgegangen, sagte ein Sprecher des Landeskatastrophenschutzstabes in Potsdam. Der Katastrophenalarm sei dort am Samstagabend aufgehoben worden. Der Pegel liege bei 7,49 Meter, der Höchststand betrug 8,47 Meter.
Problematisch ist die Lage weiterhin in der Prignitz. Dort ist der Wasserstand zwar leicht zurückgegangen, doch starker Wind drückte Treibgut gegen die Deiche, sagte der Sprecher. Insgesamt seien noch 900 Helfer im Einsatz, darunter Soldaten und Feuerwehrleute. "Die Lage ist ernst, aber nicht dramatisch", sagte Brandenburgs Umweltminister Dietmar Woidke (SPD) gestern, der sich seit Tagen in der vom Hochwasser besonders bedrohten Prignitz aufhält. Bisher seien 440 000 Sandsäcke an den Deichen verbaut worden, 250 000 weitere wurden angefordert. Die Gefahr eines Deichbruches bestehe aber nicht. Er hoffe, dass bis Gründonnerstag Entwarnung gegeben werden könne, so der Sprecher.

Pirnaer räumen bereits auf
In Sachsen-Anhalt gab es gestern überall leicht fallende Wasserstände. Schadstellen an Deichen wurden nach Angaben des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft erfolgreich bekämpft. Auch in Sachsen sei das Wasser überall deutlich zurückgegangen, sagte eine Sprecherin des Umweltministeriums.
Entspannt ist die Situation in der Sächsischen Schweiz. Dort konnte Landrat Michael Geisler den in acht Städten und Gemeinden - darunter Bad Schandau und Pirna - ausgerufenen Katastrophenalarm wieder vollständig aufheben. In Pirna kehrten Menschen am Wochenende in ihre Häuser zurück und begannen mit dem Aufräumen. Die Stadt Dresden hob auch die Evakuierungsanordnung für den Stadtteil Gohlis auf.
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums waren gestern insgesamt 1607 Soldaten im Einsatz und 571 in Bereitschaft. (dpa/AFP/kr)