(dpa/roe) Einige Seen im Süden Leipzigs, die nach dem Ende des Bergbaus entstanden sind, drohen zu versäuern. Daher werden noch in diesem Jahr der Hainer See, der Störmthaler See und der Zwenkauer See mit Kalk behandelt, wie die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) in Leipzig mitteilte. Das dabei eingesetzte Kalksteinmehl sei für den Menschen und für die Umwelt unbedenklich. Der Kalk wird mit Hilfe eines Gewässerbehandlungsschiffes in die Seen eingebracht.

Die meisten mitteldeutschen Bergbaufolgeseen haben laut LMBV bereits eine gute Wasserqualität und pH-Werte im neutralen Bereich. Einige Bergbaufolgeseen neigen jedoch aufgrund ihrer geologischen Randbedingungen zur Rückversäuerung. Mit der Zugabe von Kalksteinmehl kann die Gewässergüte verbessert werden.

Nach derzeitigem Stand sind bis zu 2250 Tonnen Kalksteinmehl jährlich für den Störmthaler See, 3000 Tonnen für den Zwenkauer See und 1400 Tonnen für den Hainer See vorgesehen. Diese Mengen seien wasserrechtlich genehmigt, betonte eine LMBV-Sprecherin. Die Auswirkungen des Kalks auf die Seen werden überwacht und dokumentiert.

Die Seen sollen nacheinander behandelt werden. Der Zeitpunkt und die Dauer der konkreten Schiffseinsätze sowie die Reihenfolge der zu behandelnden Bergbaufolgeseen sind abhängig von dem jeweiligen pH-Wert. Ein Einsatz kann bis zu acht Wochen dauern. Der Zielwert für die Bergbaufolgeseen liegt zwischen einem pH-Wert von sechs und acht. Im Störmthaler See wurde Ende 2018 ein pH-Wert von 6,1, im Hainer See von 6,5 und im Zwenkauer See von 7,0 gemessen.

Für die Öffentlichkeit gebe es während der Einsätze keine Einschränkungen, betonte die LMBV. Das Baden in den Seen ist weiterhin möglich. Bootsbesitzer und Schwimmer sollten jedoch einen angemessenen Abstand zum Kalk-Schiff halten, um eine Gefährdung auszuschließen.