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Sulfatbelastung der Spree
Wasserbetrieb plant Klage gegen Ostsee-Flutung

Ein luftiger Blick in den künftigen Cottbuser Ostsee
Ein luftiger Blick in den künftigen Cottbuser Ostsee FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Ende 2018 soll die Flutung des Cottbuser Ostsees beginnen. Die Wasserwerke Frankfurt (Oder) fürchten dann eine noch höhere Sulfatbelastung ihres Trinkwassers und wollen notfalls dagegen klagen.

Die Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft mbH (FWA) in Frankfurt (Oder) wird erneut ihre Einwendungen im wasserrechtlichen Planfeststellungsverfahren für die Flutung des Cottbuser Ostsees einbringen. Sollte zum Jahresende ein Feststellungsbeschluss ergehen, der die Einwendungen nicht berücksichtigt, werde eine Klage beim Verwaltungsgericht Cottbus eingereicht, um im Eilverfahren den Flutungsbeginn zu stoppen. Das bestätigte auf Nachfrage der kaufmännische Leiter der FWA, Michael Scheel. „Unsere bisherigen Einwendungen wurden nicht berücksichtigt“, beklagt der Prokurist.

Die Frankfurter Wassergesellschaft muss zur Trinkwassergewinnung neben Grundwasser auf Spreewasserinfiltration zurückgreifen. Das Unternehmen beklagt seit Jahren eine steigende Belastung des Flusswassers und damit auch des produzierten Trinkwassers mit Sulfat. Das Sulfat stammt aus dem aktiven Bergbau und dem Rekultiivierungsgebiet des Altlastbergbaus in der Lausitz. Die FWA befürchtet durch Austrag aus dem künftigen Ostsee eine weitere zusätzliche Sulfatbelastung der Spree.

Der Chef des Brandenburger Landesbergamtes, Hans-Georg Thiem, verweist darauf, dass in dem wasserechtlichen Verfahren zum Cottbuser Ostsee noch mal alle Einwendungen geprüft würden. Es sei auch noch nicht sicher, ob wie geplant zum Jahresende das Prüfverfahren mit einem Feststellungsbeschluss beendet wird, oder eine Genehmigung für Teilmaßnahmen erfolgt.

Die FWA hat bereits die Erkundung weiterer Grundwasservorkommen begonnen und die Ertüchtigung eines ehemaligen Betriebswasserwerkes geprüft, um vom Spreewasser unabhängiger zu werden. Die Kosten für beide Maßnahmen belaufen sich nach FWA-Angaben auf 20 Millionen Euro. Die Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) hatte vor zwei Jahren jedoch abgelehnt, 45 Prozent der Kosten zu tragen, da sie sich nur für etwa 30 Prozent der Sulfatlast verantwortlich sieht. Wenn die FWA die Maßnahmen selbst finanzieren müsste, würde der Trinkwasserpreis nach Unternehmensangaben für Frankfurt (Oder) und Umgebung um etwa 20 Prozent steigen.

(sim)