Das betrifft Impfungen, Eltern-Kind-Kuren, Reha-Behandlungen für alte Menschen und Leistungen bei der Betreuung Schwerstkranker und Sterbender in den eigenen vier Wänden. Darüber hinaus können gesetzliche Kassen neue Wahltarife anbieten. Im Folgenden die wichtigsten Änderungen für Versicherte:

Nichtversicherte: Geschätzte 200 000 bis 300 000 Menschen ohne Krankenversicherung können sich wieder versichern. Wer früher in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) war, kann vom 1. April an in eine Kasse seiner Wahl zurückkehren. Wer privat versichert war, kann ab 1. Juli einen Vertrag mit einer privaten Krankenversicherung (PKV) abschließen.
Nichtzahler: Wer freiwillig in der GKV oder in der PKV versichert ist und seinen Beitrag nicht zahlt, kann künftig nicht mehr gekündigt werden. Er hat dann aber nur Anspruch auf eine Basisversorgung.
Chronisch Kranke: Chronisch kranke Patienten müssen ab 2008 regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen absolviert haben, an einem Standard-Behandlungsprogramm für ihre Krankheit (etwa Diabetes) teilnehmen oder sich stets therapiegerecht verhalten haben, um weiter in den Genuss der reduzierten Zuzahlungen zu kommen.
Neue Leistungen: Ab sofort gewähren die Krankenkassen einige neue Leistungen. Die Versicherten haben Anspruch auf die Finanzierung von Mütter-Kind-Kuren und die von der Impfkommission empfohlenen Impfungen. Zu ambulanten Geburten in Geburtshäusern wird ein Zuschuss gezahlt. Alte Menschen haben generell Anspruch auf eine medizinische Rehabilitationsmaßnahme. Schwerstkranke und sterbende Menschen haben Anspruch auf Schmerzbehandlung und sterbebegleitende Medizin. Kinder-Hospize werden besser finanziert.
Pflicht zur Versicherung: Ab 1. Januar 2009 muss jeder Bürger krankenversichert sein. Beiträge und Zusatzbeiträge: Ab sofort sinken die Beiträge für kleine Selbstständige, die in der GKV versichert sind. Ab 2009 legt die Bundesregierung einen einheitlichen Beitragssatz für gesetzlich Versicherte fest.
Basistarif: Zum 1. Januar 2009 wird der lange umstrittene Basistarif in der privaten Krankenversicherung eingeführt. Die Prämie richtet sich nach Alter und Geschlecht, aber nicht nach dem persönlichen Krankheitsrisiko. Das unterscheidet den Tarif von üblichen PKV-Verträgen. Die Versicherungsunternehmen können zudem keinen Kunden ablehnen. Die Prämie soll den GKV-Höchstbeitrag von derzeit rund 500 Euro nicht überschreiten.
Versicherungswechsel: In der privaten Krankenversicherung können Neukunden (Verträge ab 1. Januar 2009) künftig die Versicherung wechseln, weil sie ihre Rücklagen für das Alter mitnehmen können und dadurch die Prämie beim neuen Unternehmen bezahlbar bleibt. Altkunden können ein halbes Jahr lang, vom 1. Januar 2009 bis zum 30. Juni 2009, in eine andere PKV wechseln. Danach können sie nur innerhalb des eigenen Unternehmens in den Basistarif wechseln, wenn sie über 55 Jahre alt, in Rente oder finanziell bedürftig sind. Freiwillig gesetzlich Versicherte können binnen des ersten Halbjahres 2009 in den Basistarif einer PKV wechseln. (epd/cd)