Vergessen liegt in der Natur des Menschen. Passwörter, Autoschlüssel, Geheimnummern, Regenschirme, Arzttermine, die Milch auf dem Herd, die Ehefrau an der Autobahnraststätte - das alles kann man vergessen und tut es garantiert irgendwann auch. Politikern geht es nicht anders. Legendär der "Blackout", den Alt-Kanzler Helmut Kohl erlitt, als er sich an Details der Flick-Spendenaffäre erinnern sollte. Oder jener Herr von Adel, dem zeitweilig entfiel, wie er zu seinem Doktor gekommen war. Menschlich, allzu menschlich. Und deshalb irgendwie auch sympathisch. Aber nicht karrierefördernd. Das wird jetzt auch Rick Perry spüren. Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat kündigte in einer TV-Debatte an, nach der Wahl umgehend drei Ministerien abschaffen zu wollen - Bildung, Handel und, äh, was eigentlich? Es wollte ihm partout nicht einfallen. "Das dritte kann ich nicht, tut mir leid, ich kann nicht", flüsterte er schließlich in die Kameras: "Oops". Die Präsidentschaft kann Perry jetzt, nun ja, vergessen. Kein Anlass zur Häme, nur für eine gewisse Erleichterung. Bestimmte Aussetzer ("Wozu war nochmal dieser rote Knopf da?") sollten dem mächtigsten Mann der Welt besser nicht unterlaufen.