Noch immer keine Spur von der sechsjährigen Inga aus Schönebeck

Ihr rätselhaftes Verschwinden sorgt bei Polizisten bis heute für Kopfzerbrechen: Am 2. Mai ging die damals fünfjährige Inga im Stendaler Ortsteil Wilhelmshof (Sachsen-Anhalt) gemeinsam mit Freunden in den Wald, um Holz für ein Lagerfeuer zu sammeln. Von dort tauchte sie nicht wieder auf.

Mehr als 1000 Hinweise sind seitdem bei der Polizei eingegangen. Etwa 90 Prozent davon sind bereits ausgewertet. Doch noch immer gibt es keine konkrete Spur zu Inga. "Wir geben die Hoffnung nicht auf und suchen weiter", sagt Mike Vonhoff, Sprecher der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord. Mittlerweile bekommen die Ermittler jedoch nur noch vereinzelt Hinweise zu Ingas Verschwinden. Nicht nur die Familie, sondern auch Beamte belaste die andauernde Suche. "Viele haben selbst Kinder oder Enkelkinder. Sie motivieren sich daher selbst und geben alles, Inga zu finden", sagt Vonhoff. Eine eigens dafür aufgestellte Sonderkommission "Wald" - eine derzeit 15-köpfige Ermittlergruppe - fahndet weiter nach dem vermissten Mädchen mit den blonden Haaren und blauen Augen. War es ein Verbrechen oder doch ein tragischer Unfall? Bislang konnte weder das eine noch das andere ausgeschlossen werden. "Wir ermitteln weiterhin in beide Richtungen", sagt Vonhoff. Ein Unfall sei jedoch sehr unwahrscheinlich.

In insgesamt 25 Suchaktionen durchkämmten mehr als 1500 Polizisten, Feuerwehrleute und freiwillige Helfer jeden Quadratmeter des 3500 Hektar großen Waldes, in dem Inga sprichwörtlich wie vom Erdboden verschluckt verschwand. Ein TV-Aufruf bei "Aktenzeichnen XY . . . ungelöst" brachte zusätzlich 50 Hinweise.

Außerdem versuchten 82 Suchhunde und speziell ausgebildete Mantrailer mit besonders feinem Geruchssinn selbst kleinste unsichtbare Spuren des Mädchens aus Schönebeck aufzuspüren. Die Polizeihunde erschnüffelten eine Fährte bis nach Dresden. Doch der entscheidende Hinweis bleibt bis heute aus.

Wo ist Inga?
Zum Zeitpunkt ihres Verschwindens am 2. Mai trug Inga ein mintfarbenes Langarm-Shirt mit Schmetterlingen und Rüschen sowie pinke Halbschuhe mit Klettverschluss. Hinweise nimmt die Polizei Stendal unter Telefon 03931 685291 entgegen. Weitere Infos unter www.woistinga.de

Ermittler sind ratlos über das Verschwinden von Elias aus Potsdam

Vor gut drei Monaten verschwand der sechsjährige Elias aus dem Potsdamer Stadtteil Schlaatz. Noch am Nachmittag spielte der Junge auf dem Spielplatz direkt vor der elterlichen Wohnung. Als er nicht zum Abendbrot nach Hause kam, hat die Mutter ihn im näheren Umfeld gesucht. Vergeblich.

Bis heute können die Ermittler nicht rekonstruieren, wie der kleine Blondschopf von dem gut einsehbaren Spielplatz unbeobachtet verschwinden konnte. Mehrere Hundert Stunden Videomaterial und mehr als 1000 Fotos sind dafür ausgewertet worden. "Vereinzelt erreichen uns noch Hinweise, die uns bislang jedoch auf keine neue Spur gebracht haben", erklärt Jana Birnbaum, Polizeisprecherin der Direktion West.

Insgesamt sind bei der Polizei mehr als 1200 Hinweise eingegangen. 15 Beamte der Sonderkommission "Schlaatz" - überwiegend zusammengesetzt aus Kriminalisten der Polizeidirektion West - gehen derzeit noch etwa 30 davon nach. Auch Video- und Bildaufnahmen werden erneut gesichtet. "Je nachdem welche Spezialisierungsrichtungen oder welchen Personalaufwand diese jeweiligen Ermittlungen abverlangen, wird die Soko bei Bedarf auch personell verstärkt", sagt die Polizeisprecherin.

Doch der rettende Hinweis war bislang nicht dabei. Auch ein Zeugenaufruf der Polizei nach einem schwarzen Pkw hätte weder zum Fahrzeugtyp noch zum Kennzeichen des Autos geführt, so Jana Birnbaum. Bis zu 180 Polizisten am Tag aus ganz Brandenburg sowie Suchhunde, Hubschrauber und Taucher durchsuchten jeden Winkel des Potsdamer Stadtteils. Auch mit der Ermittlergruppe im Fall Inga steht die Soko Schlaatz noch immer in engem Kontakt. Regelmäßig werden Hinweise oder mögliche Spuren in beiden Fällen miteinander abgeglichen. "Bisher sind jedoch keine Zusammenhänge ersichtlich. Einzig die Tatsache, dass beide Kinder in einem sehr engen Zeitfenster und offensichtlich spurlos verschwunden sind, stellt eine Gemeinsamkeit dar", sagt Jana Birnbaum.

Wo ist Elias?
Elias trug am 8. Juli eine hellblaue Jeans, ein weißes, langärmliges Shirt mit hellblauem Adidas-Schriftzug sowie dunkelblaue Turnschuhe mit weißer Sohle. Hinweise nimmt die Polizei unter 0331 55081224 oder im Internet (www.internetwache.brandenburg.de) entgegen.

Wer hat Mohamed aus Berlin mitgenommen?

Er läuft an der Hand eines bärtigen, dunkelhaarigen Mannes. In der anderen Hand hält der Mann - die Polizei schätzt ihn auf 35 bis 50 Jahre - ein großes Stofftier. Das sind die bislang letzten Lebenszeichen des kleinen Mohamed, festgehalten von einer Überwachungskamera. Das Video zeigt, wie beide am 1. Oktober gegen 14.40 Uhr das Gelände des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso) in Berlin-Moabit verlassen. Seitdem fehlt jede Spur von dem vierjährigen Jungen aus Bosnien-Herzogowina. Der Junge verschwand im Gedränge Hunderter Menschen.

Täglich warten am Lageso Flüchtlinge auf ihre Registrierung. Dicht gedrängt stehen sie hinter den Absperrungen, warten und frieren. Mittendrin ist Mohamed mit seiner Familie. "Ich hatte meine Kinder die ganze Zeit im Auge", sagt Mohameds Mutter dem Fernsehsender n-tv. Als sie eine Wartenummer gezogen habe, sei der Kleine auf einmal weg gewesen. "Ich habe überall gesucht, doch ihn nicht gefunden."

Derzeit sucht die Polizei nach dem Mann, der augenscheinlich den Jungen mitgenommen hat. Die Ermittlungen hat die Mordkommission übernommen. Mehrere Verdächtige wurden bereits überprüft. Auf dem gesamten Gelände sind Suchplakate in mehreren Sprachen aufgehängt. Auch bei "Aktenzeichen XY . . . ungelöst" wurde der Fall gezeigt. Mehr als 160 Hinweise hat die Polizei zu dem vermissten Flüchtlingsjungen bereits gesammelt. Doch konkrete Hinweise zu dem mutmaßlichen Entführer gibt es bislang nicht. Zu Beginn der Woche wurde zusätzlich die Sonderkommission "Mohamed" gegründet. Bis zu 50 Spezialisten arbeiten dort zusammen, um den Hinweisen nachzugehen und den Jungen zu finden.

Wo ist Mohamed?
Der vierjährige Mohamed ist etwa einen Meter groß und hat kurze, dunkle Haare. Zum Zeitpunkt seines Verschwindes am 1. Oktober hatte er eine blaue Jeanshose, einen roten Pullover sowie weiße Schuhe an. Außerdem hatte er eine dunkelgrüne Tasche bei sich. Der Mann, mit dem Mohamed das Lageso verließ, ist zwischen 35 und 50 Jahre alt. Er hat ein mitteleuropäisches Aussehen, dunkle, mittellange Haare mit Geheimratsecken und ist schlank. Vermutlich trägt er eine Brille. Hinweise nimmt das Landeskriminalamt Berlin unter Telefon 030 4664912400 oder per E-Mail unter vermisstenstelle@polizei.berlin.de entgegen.