Auf der anderen Seite haben wir aber noch rund 200 freie Ausbildungsplätze, die wir aus verschiedenen Gründen nicht besetzen können.“
Darauf verwies der Agenturchef gestern beim Start der zweiten Berufsorientierungstournee im Bereich des staatlichen Schulamtes Cottbus. Sie steht unter dem Motto: „Zukunft Lausitz II - Ausbildung in klein- und mittelständischen Unternehmen“ . Knapp 30 Lehrkräfte und Berufsberater nahmen an der vom „Netzwerk Zukunft. Schule und Wirtschaft für Brandenburg“ initiierten Veranstaltung teil. Sie informierten sich über die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten und die jeweiligen Anforderungen innerhalb eines Medienunternehmens. Als Gastgeber fungierte die LR Medienverlag GmbH.
Karin Blank von der Indus trie- und Handelskammer Cottbus ging auf das von Müller aufgeworfene Problem ein und benannte Gründe. „Bei einigen Jugendlichen mangelt es an der nötigen Einstellung und der Motivation“ , berichtete sie. Sie wüssten weder etwas über den Beruf, den sie später ausüben wollen, noch über das Unternehmen. „Seit zwölf Jahren kämpfen wir um jeden Ausbildungsplatz und jetzt können wir diese noch nicht einmal besetzen“ , so Blank. Ähnliches wusste auch Martina Schaar von der Cottbuser Handwerkskammer zu berichten. „Bei uns beklagen sich schon Unternehmen darüber, dass wir sie als Ausbildungsbetriebe geworben haben und jetzt keine geeigneten Bewerber finden.“
An diesem Punkt sind auch die Schulen gefordert. „Oft wird der Vorwurf gemacht, dass die Schüler den heutigen Berufsanforderungen nicht mehr genügen“ , sagte Dietmar Wolter, Leiter des Cottbuser Schulamtes. „Dem wollen wir entgegentreten.“ Wolter begrüßte die Idee der Berufsorientierungstournee. „In den Unternehmen sollen die Lehrer ganz praxisnah die Berufsanforderungen kennenlernen und an die Schüler weitergeben. Unser Ziel ist es, die Schüler unterrichtsübergreifend auf diese Anforderungen vorzubereiten“ , erläuterte Wolter.
In zwei Punkten waren sich Referenten und Teilnehmer einig. Die Berufsorientierung müsse erstens so früh wie möglich beginnen und zweitens hängt der Erfolg von der Qualität der Zusammenarbeit von Elternhaus, Schule, Berufsberater und Unternehmen ab.