Während der RUNDSCHAU ein Entwurf mit Empfehlungen des Wissenschaftlichen Beirates für die Entwicklung der Hochschulregion Lausitz vorliegt, konnte Birger Hendriks darauf vor dem Wissenschaftsausschuss des Landtages noch nicht eingehen. Das von Ministerin Sabine Kunst (SPD) eingesetzte Gremium will dem Gründungssenatvorläufige Leitlinien in die Hand geben, damit er nicht von Null starten muss.

Dabei geht der Beirat - vor der Endredaktion - von 10 000 Studierenden an beiden Standorten aus. Das Land soll für eine Laufzeit von fünf Jahren wenigstens 74 Millionen Euro pro Jahr bereitstellen. Forschungsschwerpunkte werden in den Bereichen Energietechnik, Umweltingenieurwesen, Maschinenbau, Materialwissenschaften und in den Gesundheitswissenschaften gesehen. Ziel bleibt die Aufnahme in die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG).

Statt der ursprünglich avisierten 220 Professorenstellen schlägt der Beirat bisher 150 Professuren vor. Diese will er allerdings besser als bisher ausgestattet sehen und den akademischen Mittelbau deutlich stärken. Auch wird in Bezug auf die bisherigen Fakultäten "eine Reorganisation der Binnenstruktur hin zu Schools angestrebt". Die Vorstellungen gehen dahin, zwölf bis 14 Institute mit zehn bis 15 Professuren zu haben.

Gegenüber der RUNDSCHAU verweist der Wissenschaftsexperte der CDU-Landtagsfraktion, Michael Schierack, "auf deutliche Abweichungen gegenüber den Zusagen der Landesregierung". Das betreffe vor allem die Professuren. Wenn der Beirat seinen endgültigen Bericht vorgelegt habe, "werden wir mit Argusaugen darauf achten, dass hier nicht das Einfallstor zu Sparmaßnahmen geöffnet wird". Das habe die Landesregierung im Vorfeld der Fusion immer von sich gewiesen, betont der Cottbuser Landtagsabgeordnete und CDU-Landeschef.

Im Landtag hat Birger Hendriks unterdessen darüber berichtet, dass sich der Streit um die Hochschul-Neugründung in der Lausitz seiner Ansicht nach beruhigt habe. Die rund 20 000 bislang für das Volksbegehren zum Erhalt zweier selbstständiger Hochschulen abgegebenen Unterschriften seien "einen Tick weg von den erforderlichen 80 000", sagte er. Auch sei ihm nicht bekannt, dass irgendein Professor aus Protest gegen den Zusammenschluss die Universität verlassen habe.

Vor den Abgeordneten führte Hendriks aus, dass voraussichtlich am 17. Oktober der Gründungssenat und der erweiterte Gründungssenat der neuen Hochschule "zeitgerecht" gewählt würden. Parallel dazu tage derzeit die Findungskommission, die sich unter Vorsitz von Kultur-Staatssekretär Martin Gorholt mit der Suche nach einem Gründungspräsidenten der BTU Cottbus-Senftenberg beschäftigt.

Vor den Wissenschaftsexperten der Fraktionen erläuterte Hendriks ferner erforderliche Veränderungen in der Personalstruktur: Im Bereich der ehemaligen BTU gebe es zu viele Professoren und zu wenige wissenschaftliche Mitarbeiter und Assistenten. Hier müsse ein besseres Verhältnis hergestellt werden.