Heinz-Wilhelm Müller, 47, Lei ter Ar beits agen tur Cott bus:
Monat für Monat haben wir im Vergleich zum Vorjahr niedrigere Arbeitslosenzahlen und deutlich mehr gemeldete freie Stellen. Für junge Leute ist - bei guten Leistungen - die Wahrscheinlichkeit gestiegen, hier eine Ausbildung zu finden. Nicht alles ist heil und blühend, aber die Kollegen in den Argen sind positiver gestimmt.

Rosemarie Fritzsch, 57, Touristeninfor- mation Dah me/Mark:
Mit unserer kleinen Stadt wird es weiter aufwärts gehen, weil die Menschen sich zusammentun. Um Dahmes barrierefreien Innenstadtkurs zu vermarkten, arbeiten Verwaltung, Gewerbetreibende und Einrichtungen gemeinsam an Pauschalangeboten. Auf noch mehr Gäste können wir hoffen, wenn Dahme Teil eines Rundkurses am Fläming-Skate wird.

Dieter Freihoff, 43, SPD-Bür ger meis ter Märkische Heide:
Ich bin grundsätzlich Optimist. Ich bin davon überzeugt, dass es keine Probleme gibt, die man nicht lösen kann. Dabei müssen eben Kompromisse eingegangen werden, und jeder muss dazu seinen Beitrag leisten.

Ulrich Fey, 61, Präsident der In dus trie- und Handelskammer Cott bus und Unternehmer in Klein ko schen :
Die Konjunkturbelebung ist nachhaltig, nicht nur eine kurzfristige Welle, das spüren die Firmen in der Lausitz. Tatsächlich fehlen uns hier schon jetzt Arbeitskräfte und junge Leute. Die sich anstrengen, finden lukrative Lehrstellen. Ein Stück Optimismus ist also tatsächlich angesagt.

Pfarrer Mar kus Herrbruck, 45, amtieren der Superin ten dent im Kirchenkreis Finsterwalde: Das Problem ist in drei Sätzen nicht ausreichend zu beleuchten. Die Grundstimmung, dass wir als Ostdeutsche über Arbeitsplätze und Entlohnung wertgeschätzt werden, hat sich für mich noch nicht durchgesetzt. Da gibt es Nachholbedarf. Bei dem viel diskutierten Aufschwung macht mir Sorgen, dass der Niedriglohnsektor zunimmt. Verlässliche und auskömmlich bezahlte Stellen gibt es immer weniger. Das vertieft die Spaltung innerhalb der Gesellschaft. Wenn also Zuversicht sich daran misst, dass alle Leute so viel verdienen, dass sie auskömmlich leben können, sehe ich das noch nicht erreicht.

Claudia Weger, 39, Leiterin der Kita "Spatzennest" Herzberg:
Ich kann den Aufwärtstrend nur bestätigen. Meine Kolleginnen und ich sehen optimistisch in die Zukunft. Schon jetzt wissen wir, dass unsere Einrichtung bis September 2008 gut ausgelastet ist. Das Thema Familie wird in Deutschland endlich wieder auf die Tagesordnung gestellt. Vor allem das neue Erziehungsgeld greift bei den jungen Leuten.

René Reinert, 36, Inhaber eines Logistik-Unternehmens in Schlei fe:
Ohne Optimismus geht es gar nicht, man kann heute kein Unternehmen ohne den positiven Blick nach vorn führen. Wir haben 1990 einmal mit einem Lkw und ein paar Baumaschinen angefangen. Heute sind es über 400. Etwa 500 Mitarbeiter sind mittlerweile bei uns beschäftigt, der große Teil davon am Hauptsitz in Schleife. Ich denke, auch sie sind froh, einen Arbeitsplatz in ihrer Heimat gefunden zu haben. Und was die Auftragslage betrifft: Natürlich sieht die in Sachsen manchmal nicht rosig aus, aber da heißt es über den Tellerrand zu schauen. Überregional läuft das Geschäft gut.