Bei der Berliner Feuerwehr dauert es immer länger, bis Notrufe angenommen werden. Im dritten Quartal dieses Jahres vergingen durchschnittlich 15,5 Sekunden, wie aus der Senats-Antwort auf eine parlamentarische Antwort des Grünen-Abgeordneten Benedikt Lux hervorgeht. 2014 mussten Hilfesuchende im Schnitt 10,9 Sekunden auf die Annahme des Notrufes warten. 2013 lag der Wert bei neun Sekunden. Zuerst hatte die „Berliner Morgenpost“ darüber berichtet.

Im dritten Quartal 2015 musste laut Antwort etwa jeder zehnte Anrufer länger als 30 Sekunden in der Warteschleife ausharren. Rund drei Prozent der Anrufer seien erst nach mehr als einer Minute drangekommen. Zugleich ist laut Lux auffällig, dass 52 000 Anrufe in dem Quartal überhaupt nicht entgegengenommen wurden.

Der Innenexperte der Grünen sprach von einer „dramatischen Verschlechterung“. Es laufe offenbar etwas grundlegend schief bei der Notrufaufnahme. Der Senat müsse die Zustände dringend ändern. Gerade im Rettungsdienst komme es auf jede Sekunde an.

Die wachsende Stadt mache der Feuerwehr zu schaffen, sagte ein Sprecher der dpa. Verstärkt müssten auch Touristen und ältere Menschen versorgt werden. Es gebe immer mehr Notrufe, immer mehr Einsätze, aber bislang nicht mehr Personal. Der Krankenstand liege bei etwa zehn Prozent. „Auch die Leitstelle müsste aufgestockt werden“, so der Sprecher. Dort gehen die Anrufe ein.

Allein 2014 nahm die Feuerwehr demnach eine Million Anrufe entgegen, davon fast 400 000 Notrufe. Einsätze dauerten auch zunehmend länger, sagte der Sprecher. Zeit gehe zudem für das Schreiben der Einsatz-Protokolle drauf.