Das Gutachten zur Statik der Tunnelschale an der Unglücksstelle stehe noch aus.

In der südlichen Röhre war am 18. Mai ein Lastwagen in Flammen aufgegangen und total ausgebrannt. Die A 4 in Richtung Polen muss voraussichtlich bis Ende des Jahres zwischen Nieder Seifersdorf und Kodersdorf gesperrt bleiben. Der Verkehr in der zweiten Röhre Richtung Dresden kann dagegen ungehindert rollen.

Die Anwohner an den Umleitungsstrecken müssen inzwischen mit deutlich mehr Verkehr leben. Von "übermäßiger Belastung" und "schlaflosen Nächten" etwa ist in einem Protestbrief an Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) die Rede, den knapp 600 Bürger von Kodersdorf unterschrieben.

Wegen der Sperrung der A 4 in Ostsachsen stehen schon am Dreieck Dresden-Nord Schilder, die vor allem den Schwerlastverkehr auf eine Alternativroute hinweisen.

Sachsens Straßenbauamt rechnet nach Angaben seiner Sprecherin mit Reparaturkosten in zweistelliger Millionenhöhe. Die Arbeiten am Tunnel könnten aber erst beginnen, wenn die Statik des 3,3 Kilometer langen Tunnels genau getestet worden sei, sagte Siebert. An der Unglücksstelle müssten möglicherweise zwei bis vier der zehn Meter breiten Betonsegmente aus Sicherheitsgründen komplett ausgetauscht werden.