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Warschau braucht Berlin als Partner

Agnieszka Lada forscht am Institut für öffentliche Angelegen heiten.
Agnieszka Lada forscht am Institut für öffentliche Angelegen heiten. FOTO: dpa
Warschau. (dpa/uf) Angesichts des von Großbritannien beschlossenen EU-Austritts muss sich Polen nach Ansicht von Experten um ein besseres Verhältnis zu Deutschland bemühen. "Warschau braucht Berlin für seine Europa-Politik", sagte Agnieszka Lada vom Warschauer Institut für öffentliche Angelegenheiten (ISP).

Polens nationalkonservative Regierung hatte nach einem Rechtsruck 2015 Großbritannien zum wichtigsten EU-Partner erklärt, Deutschland hingegen wiederholt scharf kritisiert. Der bevorstehende EU-Austritt Londons zwinge Warschau nun, seine Beziehungen zu den verbleibenden Partnern zu stärken, sagt Lada weiter. Dabei seien vor allem Deutschland und Frankreich wichtig. Dessen sei sich inzwischen die Regierung der Partei Recht und Gerechtigkeit PiS bewusst geworden, meint sie. Die Verbalattacken aus Warschau haben demnach abgenommen. Deutschland und Polen hätten trotz unterschiedlicher Haltungen in puncto Flüchtlingspolitik und Nord Stream auch gemeinsame Ansätze, betont die Politologin und nennt Kritik an Russland als Beispiel. Seit Ausbruch der Ukraine-Krise fühlt sich Polen von Moskau bedroht. "Polen sollte deswegen stärker an die EU rücken", sagt Lada.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) war am Dienstag zu politischen Gesprächen nach Warschau gereist und sprach dort mit ihrer polnischen Kollegin Beata Szydlo über die Zukunft der EU.