Ein Warnstreik der Bus- und Straßenbahnfahrer hat am Dienstagmorgen den öffentlichen Personennahverkehr in weiten Teilen Brandenburgs ruhen lassen. Betroffen waren neun Landkreise und die kreisfreien Städte. Laut Verdi-Verhandlungsführer Marco Pavlik wurde der Streikaufruf am Dienstag in den beteiligten 44 Betriebshöfen nahezu lückenlos befolgt. Nicht gestreikt wurde in den Landkreisen Elbe-Elster, Oberhavel, Oberspreewald-Lausitz, Prignitz und Teltow-Fläming.

Der Berufsverkehr im Land war weitgehend lahmgelegt. Teilweise wurde der Schulbusverkehr allerdings mit Duldung von Verdi aufrechterhalten. Da viele Pendler auf das Auto umsteigen, wurde mit mehr Straßenverkehr als sonst und vereinzelten Staus gerechnet. Die Taxis vor allem in den Städten waren nach Augenzeugenberichten stark genutzt. Auch nach dem Streikende um 09.00 Uhr könnte es vorübergehend noch zu Beeinträchtigungen kommen, bis sich die Verkehrslage normalisiert hat.

Nach Verdi-Angaben sind die Fronten in dem Tarifkonflikt verhärtet. Die Gewerkschaft verlangt für die Beschäftigten monatlich 120 Euro brutto mehr. Dagegen hat der Kommunale Arbeitgeberverband bis zu 3,2 Prozent mehr in zwei Schritten und einmalig 150 Euro angeboten. Sollten die Arbeitgeber in der nächsten Verhandlungsrunde am kommenden Montag kein neues Angebot vorlegen, könnte es ab Ende April zu einem unbefristeten Streik kommen, warnte Pavlik.