Es wird zunächst gegen Unbekannt ermittelt. Vorangegangen waren am Freitagabend Bedrohungen durch Jugendliche, die nach Angaben der Familie der rechten Szene zuzuordnen sind. Die Polizei war vor Ort und nahm die Personalien von elf Personen auf. Zudem sprach sie Platzverweise aus. Ob es sich um eine politisch motivierte Tat handelte, blieb zunächst unklar.
"Das waren etwa 30 Rechtsradikale. Sie trugen Glatze und Springerstiefel, hatten militärische Kleidung an", sagte Familienvater Ronny Quaiser. Nach Angaben des 45-Jährigen wurden Morddrohungen gegenüber der Familie ausgesprochen. Er habe im Vorfeld von anderen Jugendlichen den Hinweis erhalten, dass "die Braunen" einen Überfall planten. "Darum habe ich meine Frau und meine Mutter sowie die sieben Kinder in ein Hotel gebracht und die Polizei informiert", schilderte Quaiser. Als er nach Hause zurückgekommen sei, hätten sich Polizei und Jugendliche bereits gegenübergestanden.
Der Polizeisprecher bestätigte, dass es zu Bedrohungen kam. Den Beamten gegenüber seien ebenfalls Beleidigungen gefallen. Es seien entsprechende Anzeigen der Beamten aus Oelsnitz (Vogtlandkreis) erfolgt, sagte der Sprecher.
Für die Zerstörung des 22 Meter hohen Zweimastzeltes gibt es den Angaben zufolge keine Zeugen. Seitenteile wurden zerschnitten, Teile der Inneneinrichtung beschädigt oder zerstört. Es entstand ein Sachschaden von rund 20 000 Euro.
Nach Polizeiangaben gab es in den vergangenen Wochen mehrfach Probleme zwischen Jugendlichen und der Zirkusfamilie, die in der Nähe eines Clubs wohnt. Hintergründe waren nicht bekannt. Der Wanderzirkus hat vor etwa sechs Wochen in Triebel auf einem Bauernhof Quartier genommen. Er will dort überwintern. (dpa/kr)