Die Aufsichtsbehörde stufte gestern den Beschluss des Dresdner Stadtrates, den Baubeginn wegen der drohenden Aberkennung des Titels zu verschieben, als rechtswidrig ein. Wenn der Stadtrat nicht bis zum 24. August erste Bauaufträge vergibt, werde das Regierungspräsidium dies tun oder Dritte beauftragen. Der Stadtrat wird dazu am 24. August beraten, hieß es in einer knappen Stellungnahme aus dem Rathaus.
Der Beschluss des Stadtrates stehe im Widerspruch zum Ergebnis des Bürgerentscheides zum Brückenbau vom vergangenen Jahr, hieß es. Dabei hatte eine Mehrheit der Dresdner für die neue Elbquerung gestimmt (die RUNDSCHAU berichtete). Nur ein neuer Bürgerentscheid könne die Sachlage ändern. Dafür habe sich jedoch in den beiden vorigen Stadtratssitzungen - zuletzt in der vergangenen Woche - nicht die nötige Zwei-drittelmehrheit gefunden.
Die etwa 20 Kilometer lange Flusslandschaft gehört seit 2004 zum Weltkulturerbe. Anfang Juli wurde das Elbtal wegen des Brückenbauprojekts auf die Rote Liste der gefährdeten Welterbe-Stätten gesetzt. Zugleich wurden Bund, Land und Stadt aufgefordert, das Bauprojekt zu stoppen und nach alternativen Lösungen zu suchen. (dpa/mb)