Wie im Supermarkt registrieren sie zwischen Bernau (Barnim) und Schwedt (Uckermark) den Vorrat, überprüfen Bestände und korrigieren Zahlen.
"Die Bestandsaufnahme soll gute Erträge und ein ökologisches Gleichgewicht sichern", sagt der Leiter Volker Tölle, der mit seinem Mitarbeiter Jochen Ernst im Revier Senftenthal unterwegs ist. Die Zahlen dienen dann dem jeweiligen Revierförster als Grundlage für seine Arbeit in den nächsten Jahren.

Geübter Blick des Försters
Der Arbeitstag beginnt an einer Gedenktafel auf einem Fels mitten im Wald, die an einen 1877 gestorbenen Hegemeister erinnert. Jochen Ernst durchstreift das Gehölz und macht mit geübtem Blick einen Stamm aus, der in Höhe und Umfang ungefähr dem Durchschnitt in diesem Waldabschnitt entspricht. Ein kleines Lasergerät zeigt ihm die exakte Höhe an. Den Durchmesser misst er mit dem so genannten Bitterlich-Stab, der wie ein Zollstock aussieht. Schließlich hält er ihn vor sein Auge, dreht sich im Kreis und zählt alle Bäume, die dicker sind als das Ende des Stabes.

Ausgeglichener Baumbestand
Die Zahlen werden später im Computer gespeichert. Der errechnet den Holzvorrat und schreibt fort, wie sich der Wald theoretisch weiterentwickeln müsste. "Alle zehn Jahre müssen die Daten dann vor Ort überprüft werden, weil die Natur unberechenbar ist", sagt Ernst. Zusätzlich zu den flächendeckenden Waldgängen werden an einzelnen Stellen Stichproben mit noch umfangreicheren Tests vorgenommen. Dabei trägt der Forstmitarbeiter dann einen kleinen Laptop, in den zum Beispiel Informationen zu Holz- und Bodenqualität direkt eingegeben werden. Aus dem Rucksack ragt die Antenne eines GPS-Senders. Durch das Satellitensystem kann man genau den Ort der Probe auch nach zehn Jahren wiederfinden und neu messen.