Von Benjamin Lassiwe

Brandenburgs Klein- und Privatwaldbesitzer sollen auch weiterhin Dienstleistungen des Landesforstbetriebs in Anspruch nehmen können. Das ist der wichtigste Inhalt eines Positionspapiers der Linksfraktion im Potsdamer Landtag, das die agrarpolitische Sprecherin Anke Schwarzenberg am Dienstag der Öffentlichkeit vorstellte. „Wir setzen uns für eine Grenze von 100 Hektar ein“, sagte Schwarzenberg. Nur Waldbesitzer, die mit ihrem Besitz oberhalb dieser Grenze liegen, sollten private Dienstleister etwa für die Wirtschaftsplanung oder den Verkauf des Holzes engagieren müssen.

Im März hatte ein Erlass des Landwirtschaftsministeriums für Aufsehen bei Waldbesitzern und Förstern gesorgt. Er hatte die Grenze, oberhalb derer Waldbesitzer keine Dienstleistungen des Forstbetriebs mehr in Anspruch nehmen könnten, bereits bei zehn Hektar Flächengröße festgelegt. In Brandeburg gibt es derzeit rund 100 000 Waldbesitzer, von denen etwa 99 400 weniger als 100 Hektar und lediglich 170 mehr als 500 Hektar Wald ihr Eigen nennen.

Die Linken-Abgeordnete Schwarzenberg erinnerte zudem daran, dass auch viele Kommunen Wald besäßen. „Auch dort lohnt es sich in vielen Fällen nicht, einen Förster einzustellen“, sagte Schwarzenberg. „Dort hat man sich in vielen Fällen der Dienstleistungen des Landesforsts bedient, und das wollen wir beibehalten.“

Das Papier der Linken spricht sich in diesem Zusammenhang auch dafür aus, weiterhin landeseigene Waldarbeiter bereitzuhalten. „Eine durchgängige Privatisierung dieser Aufgaben durch Ausschreibungen an Dritte ist aus verschiedenen Gründen nicht sinnvoll“, heißt es in dem Fraktionspapier. „Der Abbau von Stellen im öffentlichen Dienst zugunsten von prekären Arbeitsverhältnissen bei privaten Unternehmen ist keine soziale Politik.“

Ein Thema im Papier der Linken ist auch die künftige Bejagung von Brandenburgs Wäldern. Auch hier hatte eine Durchführungsverordnung zum Landesjagdgesetz kürzlich für massiven Ärger unter Brandenburgs Jägern gesorgt. Im Papier der Linken wird betont, dass es der Landtagsfraktion nicht um das Prinzip „Wald vor Wild“, sondern vielmehr um „Wald und Wild“ gehe. Insbesondere sollten die Hegegemeinschaften stärker zum Ausgleich der Interessen von Jägern und Waldbesitzern herangezogen werden. „Die strategische Ausrichtung der Jagd soll die Anforderungen des Waldumbaus berücksichtigen.“

Der Sprecher des Brandenburger Agrarministeriums, Jens-Uwe Schade, verwies gegenüber der RUNDSCHAU darauf, dass der Zehn-Hektar-Erlass weiter gelte. „Und 94 Prozent der Brandenburger Waldbesitzer sind davon auch gar nicht betroffen, weil ihre Flächen kleiner sind.“