1.600 neue Kita-Erzieher, ein Mindestlohn von 13 Euro pro Stunde, ein kostenloses Mittagessen für alle Kinder in Kita und Schule, Investitionen von je 100 Millionen Euro in Mobilität und bezahlbaren Wohnraum, eine zweite Ausbildungsstätte für Brandenburgs Feuerwehren und die Schaffung zusätzlicher Innovationszentren für Brandenburgs Hochschulen sind die wichtigsten Wahlkampfversprechen der Brandenburger SPD. Das geht aus dem Entwurf eines Wahlprogramms hervor, das der SPD-Landesvorsitzende Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Generalsekretär Erik Stohn nach einer Klausurtagung des Parteivorstands am Samstag in Potsdam vorstellten. Es soll am 11. Mai auf einem Landesparteitag endgültig beschlossen werden.

„Mir sind vier Worte besonders wichtig, die man als Überschrift über das Programm nehmen kann: Gerechtigkeit, Sicherheit, Fortschritt und vielleicht das wichtigste Wort Zusammenhalt“, sagte Woidke. „Ich bin fest überzeugt davon, dass die Grundrichtung unseres Entwurfs stimmt.“ Im Zentrum stehe zudem die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse im Land. Für die Lausitz enthält das Programm unter anderem die Forderung nach einer Berufsschullehrerausbildung an der BTU Cottbus-Senftenberg. In Finsterwalde soll eine „Transfereinrichtung“ der BTU entstehen, die dafür sorgen soll, dass wissenschaftliches Know-How an Unternehmen übertragen wird. Die Lausitz solle insgesamt eine „wirtschaftlich starke Region“ bleiben. „Die Empfehlungen der Strukturkommission bieten eine gute Grundlage für eine auch weiterhin erfolgreiche Strukturentwicklung in der Lausitz“, heißt es im Programm. Die zusätzliche Förderung werden man "prioritär in die Bereiche Schiene, Straße, Wissenschaft, Forschung und Kultur investieren.“ Nähere Details zur Ausgestaltung des Strukturwandels in der Lausitz enthielt der Entwurf des Wahlprogramms dagegen nicht.

Der Fraktionschef der SPD-Landtagsfraktion Mike Bischoff sagte, er glaube, dass es wichtig sei, „den Menschen in Elbe-Elster, in der Prignitz und der Uckermark Forschungskapazitäten zu bringen und die Digitalisierung im Land voranzubringen.“ Im Zweifel müsse man auch über ein Landesprogramm für Funkmasten diskutieren können. Bischoff kündigte ferner an, dass an den Kindertagesstätten 1.600 zusätzliche Erzieher eingestellt werden sollen. Zugleich soll der Kindergarten für Kinder von drei bis sechs Jahren komplett beitragsfrei werden.

Die stellvertretende Landesvorsitzende, Katrin Lange, warnte ihre Partei vor dem schwersten Wahlkampf seit 1990. „Vor allem im Süden und Osten des Landes steht die Partei vor großen Herausforderungen“, sagte Lange. Die SPD dürfe sich nicht nur den akademischen und urbanen Milieus zuwenden, vielmehr müsse man auch auf Unzufriedene zugehen. Nur so werde die Partei zu ihrer alten Stärke zurückfinden. „Wir sind gerade nicht die Partei, die immer recht hat, und wir waren es auch nicht“, sagte Lange. Wer die Wahlen gewinnen will, müsse den ländlichen Raum gewinnen. „Als Prignitzerin bin ich fest überzeugt, dass der ländliche Raum eine Zukunft hat“, sagte Lange. „Der ländliche Raum ist nicht schwierig, sondern wird zu den Aktivposten des Landes gehören.“ Entschieden trete man Schreibtischtätern entgegen, die forderten, kein Geld mehr in die Provinz zu stecken.