Von Benjamin Lassiwe

Überall ist Peter Vida. Mal sitzt er in einem Spielzeugbagger und reißt eine Straße auf. Mal steht er wie ein Supermann auf einem Feld, ein ausgerupftes Windrad in der Hand.

Die Brandenburgischen Vereinigten Bürgerbewegungen und die Freien Wähler (BVB/Freie Wähler) setzen bei ihrem Landtagswahlkampf ganz auf den Juristen aus Bernau, dem zudem gute Chancen eingeräumt werden, im heimatlichen Barnim ein Direktmandat zu erringen.Schließlich waren BVB/Freie Wähler 2014 nur wegen des Direktmandats des nun nicht mehr für den Landtag kandidierenden Fluglärmgegners Christoph Schulze in das Potsdamer Stadtschloss eingezogen – und in aktuellen Umfragen liegt die Wählervereinigung bei lediglich drei Prozent, weit von der fünf Prozent-Hürde entfernt. Bei den Kommunalwahlen allerdings hatten die Freien Wähler landesweit sechs Prozent erreicht. Seitdem sind sie in allen Kreistagen und Stadtverordnetenversammlungen des Landes in Fraktionsstärke vertreten. Vida freilich lässt sich dadurch nicht entmutigen. „Wir wollen in Fraktionsstärke in den Landtag einziehen“, sagte Vida. „Unser Ziel ist sechs für sechs – sechs Prozent für Liste sechs.“

Zusammen mit mehreren Dutzend Mitstreitern stellte Vida am Montag vor dem Potsdamer Landtag die Wahlkampagne von „BVB/Freie Wähler“ vor. Sie steht im Zeichen einer Glühbirne, „dass uns das Licht aufgeht“, wie Vida sagte, und des „gesunden Menschenverstands.“ BVB/Freie Wähler wolle „der Angstmacherei entgegentreten“, sagte Vida. Das betreffe sowohl die von rechts geschürten Ängste vor dem Untergang des Abendlands als auch eine von den Grünen betriebene „Klimapanik“. Auch wende man sich gegen die Angst, dass Brandenburg aussterbe oder eine Zensur des Internets. Um den Erfolg der Kommunalwahlen zu wiederholen, werden manche Motive – etwa das ausgerissene Windrad – erneut verwendet. Nachhaltig sei das, sagt Vida.

Doch auch inhaltlich habe die Forderung weiter Bestand: „Wir wollen einen klaren Ausbaustopp für Windräder, auch in Wäldern.“

Zudem wolle man sich für eine Stärkung des ländlichen Raums einsetzen und von der „Potsdam-Fixierung“ im Land wegkommen. „Wir wollen, dass für Menschen, die im ländlichen Raum leben, eine belastbare planerische Zukunft möglich ist.“

Generell wolle BVB/Freie Wähler den Bürgern mehr Mitsprachemöglichkeiten geben. „Wir glauben an die Aktivierbarkeit der Menschen“, sagte Vida. Motivierte Menschen wollten mitreden.

Insgesamt wollen die Freien Wähler in den nächsten Wochen 300 Großflächenplakate im ganzen Land aufstellen und mit rund 10 000 kleinen Kandidatenplakaten um Wählerstimmen werben.