Auf einem Landesparteitag in Cottbus wählten die Delegierten ihren bisherigen Landesvorsitzenden Axel Graf Bülow mit 162 von 184 abgegebenen Stimmen für weitere zwei Jahre zum Landesvorsitzenden. Dies entspricht einer Quote von 88,04 Prozent. Der 66jährige Graf Bülow, der einst Bundesgeschäftsführer des Bundes freier Tankstellen war, steht seit dem Ausscheiden der Partei aus dem Landtag 2014 an der Spitze des Landesverbands.

Vor den Delegierten hob von Bülow hervor, dass die FDP die einzige Partei in Brandenburg sei, die „die Bürgerrechte verteidigt, ohne dass dadurch Folgen für die innere Sicherheit zu erwarten sind.“ Scharfe Kritik übte er am neuen Polizeigesetz.

Die darin enthaltene, für bis zu vier Wochen mögliche Präventionshaft sei verfassungsrechtlich bedenklich. Der Landesregierung warf von Bülow vor, zugesagte EU-Fördermittel nicht in vollem Umfang abzurufen. Dies seien „handwerkliche Fehler.“ „In Potsdam hat man offenbar den Eindruck, aus dem Vollen schöpfen zu können – dass das aber nicht so ist, zeigt ein Blick auf den Schuldenstand des Landes.“

Brandenburger FDP strebt bei Landtagswahl 2019 acht Prozent der Stimmen an

Der Spitzenkandidat der FDP für die Landtagswahl am 1. September, der Teltower Rechtsanwalt Hans-Peter Goetz, gab den Wiedereinzug in den Landtag und ein Erreichen von acht Prozent der Wählerstimmen als Wahlziel aus. Deutlich auf Distanz ging Goetz zur rechtspopulistischen „Alternative für Deutschland“: „Wir brauchen eine Alternative, aber eine Alternative für Demokraten und für Optimisten."

In der politischen Debatte sei Panik „der schlechteste Ratgeber, bei jedem Problem vor dem wir stehen“, sagte Goetz. Nötig seien stattdessen Sachverstand und überlegte Lösungen. „Wir setzen auf Innovation, die Ideen vieler, auf persönliche Ambition und die, die etwas leisten wollen."