"Bei den Pflaumen könnte es bei anhaltendem schlechten Wetter allerdings geringe Verluste geben", erklärte er. Die Pflaumenbäume stünden derzeit in "Vollblüte".

Die Erdbeeren haben die Obstbauern mit Abdeckungen gegen mögliche Frostschäden geschützt, wie Bröcker, der auch Vorsitzender der Fachgruppe Obstbau im Gartenverband ist, erläuterte. Ernteausfälle dürften daher nicht zu erwarten sein. Bei den Kirschen könne es aber hier und da Probleme geben. "Wegen der Kälte sind die Bienen noch nicht so aktiv wie sonst üblich", so der Obstbauer.

Auch bei Äpfeln, auf die in Brandenburg die größte Anbaufläche entfällt, drohten bisher keine Ausfälle. "Wie in den vergangenen Jahrzehnten erwarten wir jetzt wieder in der ersten Maiwoche die Apfelvollblüte", sagte Bröcker. Genau abschätzen ließen sich mögliche Ernteverluste aber erst Mitte Juni.

Anders in Sachsen. Aus Angst vor Frostschäden hat das Staatsweingut Schloss Wackerbarth zu einem ungewöhnlichen Mittel gegriffen: Um die Junganlagen auf der Seußlitzer Heinrichsburg (Landkreis Meißen) zu schützen, wurden in der Nacht zum Montag rund 150 kleine, kontrollierte Feuer im Weinberg entfacht. "Späte Frostperioden bedrohen vor allem die Knospen der Rebstöcke, die durch die plötzliche Kälte braun werden und abfallen", sagte Sprecher Martin Junge.

Angesichts des kühlen Aprilwetters rät auch der Landesverband Sächsisches Obst zur Vorsorge. "Bei Erdbeeren wird es problematisch, wenn die nicht abgedeckt sind", sagte der Verbandsvorsitzende Udo Jentzsch. Bei Temperaturen unter null Grad könnten die Blüten erfrieren. Auch wenn derzeit noch keine größeren Schäden bekannt sind, sehen die Obstbauern das kühle Wetter mit Sorge: "Insekten fliegen nicht, es findet keine Bestäubung statt", erklärte auch Jentzsch. Und die Kirschen seien in Blüte, weitere Frostnächte könnten den Ertrag mindern.

Der Weinbauverband Sachsen meldet noch keine Schäden. Zwar seien die Reben vor allem bei den frühen Sorten wie Müller-Thurgau und Weißburgunder schon weit ausgetrieben, in Blüte stünden sie allerdings noch nicht. "Dennoch hängt der Frost jetzt wie ein Damoklesschwert über uns", sagte Verbandschef Christoph Reiner.