Nach den Angaben Flaths verbraucht der Verkehr derzeit 30 Prozent der sächsischen Endenergie. Er verursache damit zwei Drittel der landesweiten Emissionen an Kohlenmonoxid und jeweils 58 Prozent der Belastungen mit Stickoxiden und flüchtigen organischen Verbindungen. Außerdem würden krebserregendes Benzol und gesundheitsgefährdende Feinstäube erzeugt.
Die aktuellen Prognosen sind jedoch düster. So werde sich der Güterverkehr in Sachsen bis 2015 noch verdoppeln, der Straßenverkehr insgesamt um etwa 30 Prozent ansteigen. Sachsen werde in Folge der EU-Osterweiterung zum Transitland. "Die verkehrsbedingte Umweltbelastung und damit auch die Gesundheitsgefährdung für die Menschen gering zu halten, wird eine der größten Herausforderungen für die nächsten Jahre sein", sagte Flath.
Um zumindest der Belastung von Luft und Klima entgegen zu wirken, müssten als Treibstoff in Zukunft vermehrt Wasserstofftechnologien sowie Rapsöl und Biodiesel zum Einsatz kommen. Er selbst tanke bei jeder Gelegenheit Biodiesel. Es sei aber schon schwer, in der eigenen Verwaltung ein Umdenken zu bewirken. Zwar sei in der Luft die Schwefeldioxidbelastung seit Anfang der 90er Jahre um 94 Prozent auf 42 000 Tonnen im Jahr 2000 gesunken, so Flath. Durch das Verkehrsaufkommen bestehe aber zunehmend die Gefahr, dass EU-Grenzwerte wieder überschritten werden.
Dramatisch auch die Entwicklung beim Landverbrauch. Täglich verschwinde eine Fläche von 15 Fußballfeldern an Boden unter Asphalt und Beton. "Hier brauchen wir eine Trendwende. Davon sind wir aber noch weit entfernt", beklagte der Minister. Künftig müssten mehr verbaute Flächen wieder entsiegelt werden.
Zugleich zog Flath aber eine positive Bilanz der Umweltsituation. Die Lage habe sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Paradebeispiel sei die Wiederbelebung sächsischer Flüsse. Flath: "Waren im Jahr 1991 die Hälfte der Hauptflüsse stark bis übermäßig verschmutzt und damit teilweise biologisch tot, beträgt der Anteil heute noch 0,4 Prozent." Die Schwermetallbelastung durch Quecksilber, Blei und Cadmium sei zurückgegangen. Betroffen sind laut Umweltbericht jetzt noch die Spree und die Zwickauer Mulde.
Erfolge und Misserfolge gibt es in der Tier- und Pflanzenwelt. So kehren beispielsweise Vogelarten wie Kranich, Rotmilan, Seeadler und Störche immer mehr zurück. Allerdings steht die Hälfte der Wirbeltierarten nach wie vor auf der Roten Liste. (Eig. Ber./sh)