Da hat er gerade den schwierigsten Tag seiner Amtszeit hinter sich gebracht: Mit Helden hat Obama derzeit weniger zu tun als mit Normalsterblichen. Kein Zweifel: Es läuft derzeit nicht ideal für den 47-Jährigen. Der makellose Wahlkampf ist Geschichte. Die Zusammenstellung seiner Regierung ist zur Holperpartie geworden. Zuvor hatte er gerade ein Mammutprogramm von fünf Fernsehinterviews absolviert, in denen es vor allem um Schadensbegrenzung und reuige Selbstbezichtigung ging. "Ich denke, ich habe es vermasselt, ich habe Mist gebaut", sagte Obama dem Sender CBS. "Ich bin frustriert mit mir, mit meinem Team", verriet er auf NBC. Der Anlass war das Debakel um die Nominierung von Tom Daschle zum Gesundheitsminster. Wegen Problemen mit dem Fiskus platzte der Traum Obamas, Daschle die dringende Reform des Gesundheitssystems leiten zu lassen. Dabei habe Obama mit dem raschen Rückzug von Daschle gerade noch einmal Glück gehabt, so das "Wall Street Journal". "Die Szenerie wäre hässlicher geworden und d er Flurschaden größer, wenn sich die Dinge noch weiter hingezogen hätten", schrieb Kolumnist Gerald Seib. Eigentlich wollte Obama in einer Medienoffensive Druck machen auf eine schnelle Verabschiedung des milliardenschweren Konjunkturpakets. Denn auch hier läuft nicht alles wie geplant. Bei den Republikanern beißt Obama bislang auf Granit: Im Repräsentantenhaus stimmte kein einziger Konservativer dafür. An der Wall Street macht er sich derweil auch nicht viele Freunde. Erst wettert er gegen Bonuszahlungen, die sich Banker 2008 trotz der Krise gönnten. Jetzt will er auch die Einkommen von Managern, die Staatshilfen beziehen, auf 500 000 Dollar (385 000 Euro) begrenzen. "Recht drakonisch" nannte James F. Reda, Vorsitzender des Consulting-Unternehmens James F. Reda & Associates, in der "New York Times" die Pläne. "Ich glaube nicht, dass dies funktionieren wird." Sollte dem so sein, wäre dies ein weiterer Rückschlag für die neue US-Regierung.