Der Skandal um manipulierte Abgaswerte zwingt den VW-Konzern zum größten Rückruf in der Firmengeschichte. In den 28 Ländern der EU holt Volkswagen rund 8,5 Millionen Diesel-Fahrzeuge in die Werkstätten, wie der Konzern am ges trigen Donnerstag in Wolfsburg mitteilte. Rund 2,4 Millionen davon entfallen auf Deutschland, berichteten die Wolfsburger. Zuvor hatte das Kraftfahrtbundesamt (KBA) den Konzern zum Rückruf verpflichtet.

Bisher war von weltweit insgesamt rund elf Millionen betroffenen Dieseln die Rede gewesen, in denen die fragliche Software steckt. Unklar blieb dabei aber anfangs, ob das Manipulierungsprogramm auf allen Märkten arbeitet und ob Vorschriften dabei verletzt werden. Ungewiss war zudem, ob überall ein Rückruf die Folge sein muss. Der Rückruf bedeutet zudem nicht, dass die Autos nicht mehr fahren dürfen. Das KBA wertet die VW-Software aber als "unzulässige Abschalteinrichtung".

VW-Vorstandschef Matthias Müller schrieb dazu in einem Brief an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), dass die KBA-Entscheidung nun "eine Möglichkeit eröffnet, für die EU ein gemeinsames und abgestimmtes Vorgehen in allen Mitgliedstaaten zu erreichen".

Wie VW erklärte, rufe man mehr Fahrzeuge zurück als von den Behörden verlangt. "Freiwillig werden sämtliche Motoren vom Typ EA-189 zurückgerufen", sagte ein Sprecher. Dazu gehörten auch Motoren der Emissionsklassen EU 3 und EU 4. Das KBA habe lediglich den Rückruf von Autos mit Motoren verlangt, die der EU 5-Norm entsprechen.

Kommentar & Wirtschaft Seite 9