Nach 22 Uhr konnte der Luftraum über der deutschen Hauptstadt zwar wieder geöffnet werden. Schrittweise mussten in der Nacht allerdings andere Regionen Deutschlands für den Flugbetrieb gesperrt werden, so dass eine Inlands-Verbindung fast unmöglich war. Die gefährliche Aschewolke vom Vulkan Eyjafjalla breitet sich immer weiter aus und wird den Luftverkehr vermutlich noch tagelang stören. Europaweit fielen bereits am Donnerstag Tausende Flüge aus, Hunderttausende Passagiere sitzen fest. Acht Länder hatten nach und nach ihren Luftraum komplett gesperrt: Großbritannien und Irland, die Niederlande und Belgien sowie Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden. In Frankreich war ein Großteil des Luftraums betroffen, auch die beiden Pariser Großflughäfen waren etwa ab Mitternacht geschlossen. Fluggesellschaften mussten rund ein Viertel der täglich mehr als 28 000 Verbindungen absagen, wie die Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol in Brüssel mitteilte. "Es ist das erste Mal in der europäischen Luftfahrtgeschichte, dass wir mit einem solchen Phänomen umgehen müssen", sagte einer der Leiter der Behörde. Auch am Freitag sei mit ähnlich vielen Ausfällen zu rechnen. Lavaasche ist laut Experten gefährlich für Düsentriebwerke und die Flieger-Außenhaut. Zudem sei die Sicht beeinträchtigt. Der Vulkan im Süden von Island stößt weiterhin eine große Wolke aus Lavaasche und Rauch in die Atmosphäre. Wie das Außenministerium in Reykjavik am Donnerstagabend mitteilte, schätzen Fachleute das Risiko hoch ein, dass diese Aktivität in den kommenden Tagen anhält. Vulkanexperten in Reykjavik erklärten, dass der letzte Ausbruch am Eyjafjalla-Gletscher im Jahr 1821 erst nach zwei Jahren endete. dpa/ab Seite 24