Der Andrang an den unzähligen Glühwein- und Feuerzangenbowlen-Gattern lässt vermuten, dass hier binnen einer Woche eine Jahresproduktion deutschen Industriealkohols ausgeschenkt wird. Dazu wird das gute, alte „Stille Nacht“ gnadenlos mit „I am dreaming of a white christmas“ zu einem zähen Zehn-Minuten-Medley frittiert. Die Musiker spielen es so oft, als müssten sie auf den Weihnachtsmärkten ihre gesamte Jahresmiete einspielen. An weihnachtlich Meditativem ist an solchen Orten mittlerweile nicht mehr viel übrig.

Über all diesem Trubel beschleicht uns der leise Verdacht, dass heutzutage die stillste, besinnlichste und höchste Form der vorweihnachtlichen Meditation am sichersten zu erreichen ist, indem man völlig ohne Musik und Weihnachtsmarkt eine Pizza mit doppelt Käse und einem Hauch Zimt garniert isst und dann friedlich einschläft. Vorausgesetzt, man hat schon alle Geschenke.