Denn die Untersuchungen sind wichtig und lange nicht so schlimm, wie viele befürchten.

"Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern", sagt Wolfgang Bühmann, Pressesprecher des Berufsverbandes Deutscher Urologen in Düsseldorf. 60 000 Männer erkranken jedes Jahr daran, 12 000 sterben. "Prostatakrebs ist gut behandelbar, wenn man ihn früh genug erkennt." Die wenigsten Männer nutzen jedoch die Krebsvorsorgeuntersuchungen, laut Bühmann nur etwa 14 Prozent. Tatsächlich sind Krebsvorsorgeuntersuchungen einer der Gründe, warum ein Mann zum Urologen gehen sollte. "Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen die Prostatauntersuchung ab dem 45. Lebensjahr, empfohlen wird sie aber schon ab 40 Jahren, gerade bei Männern mit familiären Vorbelastungen."

Wer dann zum ersten Mal zum Urologen geht, wird zunächst zu seiner Gesundheit befragt. "Ich spreche mit meinen Patienten über den allgemeinen Gesundheitszustand, kläre, ob es Vorerkrankungen, familiäre Belastungen, größere Operationen oder Beschwerden gab oder gibt", erklärt Frank Christoph, Dozent der Urologischen Klinik der Charité Berlin. Haben Sie Probleme beim Wasserlassen? Haben Sie noch eine gute Potenz und so viel Lust auf Sex wie früher? Solche Fragen gehörten zu einem Gespräch dazu, immerhin könne es diese Probleme auch in jungem Alter geben.

Mit 40 oder 45 das erste Mal zum Urologen - das reicht heute allerdings nicht immer. "Seit dem Wegfall der Musterung gibt es eine große Versorgungslücke bei den Männern", sagt Frank Sommer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit und Professor für Männergesundheit am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Die Rate von bösartigen Hodentumoren sei im Alter von 18 bis etwa 35 am höchsten. Wer harte, höckrige Veränderungen am Hoden bemerke, sollte daher sofort zum Urologen gehen.

Auch Krampfadern am Hoden sollten untersucht werden, betont der Experte. "Hemmungen, zum Urologen zu gehen, sollte man nicht haben", sagt Sommer. Sonst könnte es zu spät sein, bis ein bösartiger Tumor erkannt wird.