Geldfälscher haben 2014 deutlich mehr Euro-Blüten in Umlauf gebracht als im Vorjahr. In Deutschland zogen Banken, Handel und Polizei rund 63 000 falsche Euro-Banknoten aus dem Verkehr und damit 63 Prozent mehr als 2013, wie die Bundesbank am Freitag in Frankfurt mitteilte. "Das Falschgeldaufkommen ist deutlich gestiegen - aber auf einem niedrigen Niveau", sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele.

Erstmals versuchten sich Fälscher auch am neuen Zehn-Euro-Schein, den Europas Notenbanken erst seit dem 23. September ausgeben. Auch weltweit stieg die Zahl gefälschter Euro-Noten kräftig um ein Viertel auf 838 000. Trotz dieser Entwicklung betonte die Notenbank: "Gemessen an der höheren Anzahl von mehr als 16 Milliarden echten Banknoten, die 2014 im Umlauf waren, ist der Anteil der Fälschungen nach wie vor sehr gering." Der durch Falschgeld entstandene Schaden in Deutschland stieg 2014 von 2,1 Millionen Euro auf 3,3 Millionen Euro .

Dabei setzten Kriminelle verstärkt auf falsche Fünfziger: Mit gut 29 000 Scheinen wurden fast doppelt so viele 50-Euro-Blüten sichergestellt wie 2013. Insgesamt machten 20- und 50-Euro-Scheine 82 Prozent des Falschgeldaufkommens aus, weltweit sogar 86 Prozent.

Rein rechnerisch entfielen in Deutschland vergangenes Jahr acht falsche Banknoten auf 10 000 Einwohner, 2013 waren es noch fünf. Thiele betonte dennoch, dass die meisten Menschen niemals eine Blüte sehen werden: "Man muss statistisch fast 1250 Jahre alt werden, um mit einer gefälschten Banknote in Berührung zu kommen."