Von Benjamin Lassiwe

Der Cottbuser Landtagsabgeordnete Matthias Loehr (Linke) hat die Landesregierung aufgefordert eine Verlagerung von Landesbehörden in die Lausitz vorzunehmen, etwa der bislang in Wünsdorf (Teltow-Fläming) angesiedelten Abteilung Gesundheit vom Brandenburger Landesamt für Gesundheit und Verbraucherschutz (LAVG).

Anlass ist die Antwort des Potsdamer Finanzministeriums auf eine „Kleine Anfrage“ des Abgeordneten nach leerstehenden Verwaltungsgebäuden in Landesbesitz: Anfang des Jahres hatte der Landesrechnungshof kritisiert, dass Ende 2016 rund 79 000 Quadratmeter Büroflächen im Landeseigentum ungenutzt waren. Loehr wollte daraufhin wissen, um welche Flächen es sich handelt.

In der Übersicht des Ministeriums werden nun rund 80 000 Quadratmeter aufgelistet, die derzeit ungenutzt sind – für eine ganze Reihe von Flächen gibt es jedoch Pläne zur Verwertung oder zu Umbaumaßnahmen.

Die meisten Leerstandsflächen gibt es mit rund 25 000 Quadratmetern demzufolge in Potsdam. Darin eingeschlossen sind allerdings auch Flächen der Liegenschaft Heinrich-Mann-Allee 103, die wegen des Neubaus des Bundespolizeipräsidiums freigezogen wird. Für die dort noch untergebrachten Behörden werden noch rund 3200 Quadratmeter Fläche für Büros benötigt. Ebenso müssen durch den Auszug des Rechnungshofs rund 2000 Quadratmeter Bürofläche beschafft werden. In Cottbus stehen derzeit rund 6900 Quadratmeter landeseigene Büroflächen leer. Darunter rund 2300 Quadratmeter im Gebäude des ehemaligen Amtsgerichts in der Vom-Stein-Straße und rund 2200 Quadratmeter auf einem ehemaligen Polizeigelände in der Tornitzer Straße. Auch in den übrigen Lausitzer Landkreisen und in der Prignitz finden sich leerstehende Büroflächen im Landeseigentum, nur in der Uckermark hat das Land derzeit keine Büros frei.

„In der Lausitz gibt es genügend leerstehende Flächen für Landesbehörden“, sagte Loehr auf Nachfrage der Lausitzer Rundschau. „In Potsdam dagegen sind viele der Flächen, die dort leerstehen, bereits verplant.“

In der Debatte zum Lunapharm-Skandal habe sich gezeigt, dass die Landesregierung massive Probleme habe, Stellen beim LAVG in Wünsdorf zu besetzen, weil das dortige Behördenzentrum zu unattraktiv gelegen sei. Er habe deshalb dem zuständigen Gesundheitsstaatssekretär Andreas Büttner (Linke) empfohlen, über Cottbus als Standort für das Amt nachzudenken. „Wer eine Stelle in Potsdam oder Wünsdorf ausschreibt, tritt immer in Konkurrenz mit dem Berliner Arbeitsmarkt“, sagt Loehr.

„Cottbus ist weit genug weg: Wer sich für Cottbus entscheidet, wird nicht bei nächster Gelegenheit wieder nach Berlin wechseln.“ Dort könnten Fachkräfte langfristig an eine Landesbehörde gebunden werden.