Gezeigt werden fünf osmanische Textilien: Die vier Fahnen und ein Zeltdach wurden seit der Auslagerung im Zweiten Weltkrieg 1942 nicht mehr ausgestellt. Sie waren bei der Flutkatastrophe 2002 vor dem Hochwasser aus dem Depot gerettet und mit rund 500 000 Euro von der Kulturstiftung der Länder restauriert worden, sagte der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen, Martin Roth.
Die kleine Exposition ist eine Art Generalprobe für die Wiedereinrichtung der Türkenkammer in den nächsten drei Jahren. Sie war einst aus der Faszination am Orient im 18. Jahrhundert heraus als Teil der Rüstkammer entstanden. Die Sachsen-Herrscher legten hier zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert eine Sammlung orientalischer Gegenstände an. Die Kunstwerke, darunter vie-le osmanische Waffen, gelangten oft als Geschenke in die "Türckische Cammer". Dazu kamen Kriegsbeuten aus Istanbul oder vom Balkan sowie Ankäufe. Der Bestand umfasst rund 800 Stücke, darunter rund 600 osmanischen oder vorderasiatischen Ursprungs.
Die meisten der Waffen, Reitzeuge und Textilien lagern aus Platzgründen seit mehr als 60 Jahren im Depot. Die Dresdner Sammlung sei eine der wenigen ihrer Art, bei der der Hintergrund nachweisbar sei, sagte Rüstkammer-Oberkonservator Holger Schuckelt. Drei der vier Fahnen stammen aus Kriegszügen im 17. Jahrhundert, das Zeltdach aus einem Ankauf des Kurfürsten August des Starken 1714. Die Fahnen sind mit arabischen Inschriften wie Koran-Zitaten und Symbolen versehen, die sich häufig auf militärischer Ausstattung befänden.
Für die Einrichtung der Rüstkammer als Museum sind laut Verwaltungsdirektor Dirk Burghardt insgesamt zehn bis elf Millionen Euro notwendig. Die Kunstsammlungen wollen zur Finanzierung auch auf Stiftungen, Privatleute und Sammler zugehen, sagte Generaldirektor Roth. Wenige Stücke der Rüstkammer werden seit Mitte der 90er-Jahre in einem Flügel der Sempergalerie gezeigt. (dpa/mb)