In der großen Koalition in Potsdam wachsen die Zweifel, ob der 48-jährige "der richtige Mann ist, um die Chipfabrik zu retten".
Der SPD-Wirtschaftsexperte Heiko Müller sagte gestern gegenüber der RUNDSCHAU, er sehe bei Ourmazd "einen erheblichen Grad an Befangenheit und einen Interessenkonflikt", der auch aus seiner finanziellen Beteiligung rühre. Dies müsse, da das Land an der Communicant AG beteiligt sei und mit dem Bund eine Bürgschaft von einer halben Milliarde Euro gewähren solle, "kritisch diskutiert werden".
Das Projekt dürfe nicht allein von Ourmazd abhängig sein, warnte auch der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU, Christian Ehler. Hintergrund der Sorgen ist die "allmächtige Stellung", die Ourmazd bei dem 1,3-Milliarden-Euro-Projekt von Anfang an inne hatte. Er übernahm 1995 das staatliche Institut für Halbleiterphysik (IHP) in Frankfurt an der Oder, das die Technologie für die Chipfabrik entwickelte. Zugleich gehört er zu den Mitbegründern und Mitgesellschaftern der Bau- und Betreiberfirma Communicant, deren Aufsichtsratsvorsitz er parallel zu seinem IHP-Job inne hatte, bis er im September Vorstandschef wurde (die RUNDSCHAU berichtete). Ourmazd habe, heißt es in der Landesregierung, alle Verträge mit ausgehandelt und trage insofern "Mitverantwortung für viele Ungereimtheiten".
Obwohl das Land an Communicant mit 38 Millionen Euro beteiligt ist, habe man "keinen Überblick über das Vertragsdickicht", wird in Koalitionskreisen bemängelt.
Rechnungshof-Präsidentin Gisela von der Aue mahnte, "dass das Land im Aufsichtsrat sitzen muss". Sie schloss nicht aus, dass der Rechnungshof die Chipfabrik prüfen werde. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen.
Auch die Opposition fordert inzwischen von der Landesregierung, die Rolle von Ourmazd zu durchleuchten. Der Verdacht liege nahe, "dass er zu sehr eigene Interessen verfolgt", sagt die fraktionslose Abgeordnete Esther Schrö der. (Eig. .Ber./ma/thm)