Allerdings liegt die endgültige Entscheidung bei der Hamburger Staatsanwaltschaft, wo ein Ermittlungsverfahren anhängig ist. Die Staatsanwaltschaft der Hansestadt ließ am Freitag zunächst offen, ob sie einen Haftbefehl gegen die Seeräuber beantragt. "Zur Frage einer möglichen Inhaftierung und Beantragung eines Haftbefehls erteilen wir keine Auskünfte im Vorfeld", sagte Behördensprecher Wilhelm Möllers am Freitag. "Wir prüfen zurzeit prozessuale Maßnahmen", sagte er. Inzwischen seien auch die Namen der neun Piraten bekannt. Die Behörde ermittelt gegen die somalischen Männer wegen eines vollendeten Angriffs auf den Seeverkehr.Das Auswärtige Amt (AA) teilte in Berlin mit, dass die EU mit Kenia in der Hauptstadt Nairobi ein Abkommen zur Übergabe von am Horn von Afrika festgesetzten Piraten geschlossen habe. Die Entscheidung der Bundesregierung, ob die am Dienstag auf der Fregatte "Rheinland-Pfalz" festgesetzten Piraten nun an Kenia übergeben werden, sei damit aber noch nicht gefallen, sagte AA-Sprecher Jens Plötner mit Hinweis auf die Staatsanwaltschaft. Wenn die Hamburger Behörde einen Haftbefehl beantrage, müssten die festgesetzten Männer zunächst nach Dschibuti gebracht werden, sagte eine Justizsprecherin. Dort würden sie von der Bundespolizei abgeholt und müssten nach Hamburg gebracht werden. Damit bleiben die neun Seeräuber weiter an Bord der "Rheinland-Pfalz". Das Kriegsschiff sei im Rahmen der EU-Anti-Piraten-Operation "Atalanta" auf dem Weg zur kenianischen Hafenstadt Mombasa, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Dort werde es am 10. März erwartet. Für den Einsatz gilt EU-Recht. Danach dürfen Piraten bis zu zwölf Tage festgehalten werden. Die Bundeswehr habe alle ihre verfügbaren Beweismittel an die Staatsanwaltschaft übergeben, sagte der Ministeriumssprecher. Derzeit warten bereits 16 von den USA ergriffene Piraten auf ein Verfahren in Kenia. Aus Militärkreisen war zu erfahren, dass in bisher 36 Fällen Piraten versucht haben, Schiffe am Horn von Afrika zu kapern. Aktiv seien 18 Angriffe abgewehrt worden. Bei den anderen Fällen habe meistens schon das Erscheinen eines Bordhubschraubers gereicht, um die Seeräuber von ihren Plänen abzubringen. Der AA-Sprecher sagte, die EU und Kenia hätten seit Monaten über das Übergabe-Abkommen verhandelt. Position der Bundesregierung sei gewesen, dass es ein Abkommen zwischen der EU und Kenia geben müsse, weil die EU seit Ende vorigen Jahres mit der Mission "Atalanta" der Region bei der Bekämpfung der Piraterie helfe. dpa/roe www.lr-online.de/piraten