"Wir werden wahrscheinlich nicht umhinkommen, den Zugang zu Gymnasien für nicht geeignete Kinder zu erschweren." Hintergrund ist die Beliebtheit der märkischen Gymnasien, die als Leistungsträger des Bildungssystems gelten - und seit Jahren Zulauf registrieren. Dieser hat sich seit der Bildung der Oberschule aus Realschulen und Gesamtschulen im Vorjahr noch einmal leicht verstärkt. Nach Angaben von Rupprecht haben sich 45,5 Prozent der Sechstklässer für einen Wechsel ans Gymnasium entschieden, etwa vier Prozent mehr als im Vorjahr - während die Oberschulen im Landesdurchschnitt bei den Anmeldungen einen Rückgang von drei Prozent zu verzeichnen haben. "Viele Eltern wissen offenbar nicht, dass man auch nach der 8. oder 9. Klasse von der Oberschule noch aufs Gymnasium wechseln kann", vermutet Rupprecht als einen Grund.

Koalition für Tests
Auch in den Koalitionsfraktionen von SPD und CDU werden Aufnahmetests befürwortet, um den Zugang zu Gymnasien etwas besser zu steuern. Allerdings ist es nicht die einzige Möglichkeit, so Rupprecht. Denkbar sei auch, die bisherigen Grundschul-Empfehlungen künftig an konkrete Kriterien - etwa den Notendurchschnitt von Kernfächern - zu koppeln und auch davon die Aufnahme aufs Gymnasium abhängig zu machen.
Rupprecht zeigte sich offen, das neue Schulgesetz, das derzeit im Parlament beraten wird, an dieser Stelle noch einmal nachzubessern. Der CDU-Bildungspolitiker Ingo Senftleben sprach sich dafür aus, den Zugang an Gymnasien an drei Kriterien, nämlich das Grundschulgutachten, eine Durchschnittsnote von 2,5 auf dem Zeugnis der 6.Klasse und Eignungstests zu koppeln. "Es geht um ein Paket."

Im deutschen Mittelfeld
Von einem "Run" auf die Gymnasien wollte Rupprecht angesichts der realen Zahlen ohnehin nicht sprechen. Auch Senftleben sieht eher "regionale Verwerfungen." Mit dem Anteil der Schüler, die aufs Gymnasium wechseln, bewegt sich Brandenburg immer noch im deutschen Mittelfeld. Bildungsministerium, aber auch Koalitionsfraktionen haben auch kein Interesse daran, die Hürden zu hoch zu schrauben.
Welche Gymnasien und Oberschulen in Südbrandenburg im kommenden Schuljahr 2006/07 keine siebten Klassen einrichten können, teilt das Staatliche Schulamt Cottbus Ende der Woche mit, so der stellvertretende Leiter Gerald Boese. Die Zahlen über die Schüler-Anmeldungen liegen zwar bereits vor, doch würden derzeit noch Gespräche mit den zuständigen Schulräten und dem Potsdamer Bildungsministerium geführt. Außerdem seien verspätet auch noch einige Anmeldungen eingegangen.