Auch die Potsdamer Landtagsabgeordneten wissen um die Macht der Worte. Reden wirken nur, wenn sie geschliffen und mit einer gewissen Rhetorik vorgetragen sind, Anträge müssen sorgsam formuliert und Presseerklärungen prägnant sein. Da ist es doppelt ärgerlich, wenn im hektischen Alltag der Landeshauptstadt mal Dinge durcheinandergehen.

In dieser Woche konnte Gregor Beyer, der Landesvorsitzende der FDP, ein Liedchen davon singen. In der Debatte zur Länderfusion machte er die Vorsitzende des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestags, Petra Merkel (SPD), kurzerhand zu einem Marsmädchen: Denn die Autokorrektur seines Textverarbeitungsprogramms änderte in der Pressemitteilung die "parlamentarische" Vertreterin des Bundes in eine "planetarische" Abgeordnete.

Und auch nachdem FDP-Sprecher Christian Ehrhardt-Maciejewski den Fehler manuell korrigierte, machte es die Rechtschreibprüfung wieder rückgängig. Beyer nahm es mit Humor: "Das Schöne an der Sache ist, dass planetarisch im Kontext meiner Aussage eigentlich noch besser passt." Denn der FDP-Politiker hatte der Berliner Sozialdemokratin ja gerade vorwerfen wollen, viel zu weit von der Landespolitik entfernt zu sein, um sich mit einem Thema wie der Länderfusion zu beschäftigen.

"Irgendwie werden diese Computer langsam unheimlich", bilanzierte Gregor Beyer. "Sie lassen sich nicht beirren und bestehen auf ihren Formulierungen."

P.S.: Nicht planetarisch weit weg, sondern ganz dicht dran an der Brandenburger Landespolitik ist in dieser Woche übrigens Volontär Rüdiger Hofmann. Im Rahmen seiner Ausbildung zum Journalisten absolviert er ein Praktikum in Potsdam - und schreibt über seine Erlebnisse im LR-Volo-Blog, dem Blog der RUNDSCHAU-Volontäre.

Wer sich also für einen Blick hinter die Kulissen der Korrespondentenarbeit interessiert, findet unter blogs.lr-online.de ganz viel spannende Lektüre.