Das würde doch dem schönen Spreewald schaden. Eine Äußerung, die nicht nur medienpolitisch dumm war: Wer derart plump versucht, Journalisten in die Berichterstattung hineinzureden, kriegt hinterher sein Fett weg. Eine ungeschriebene Regel der Mediengesellschaft, die so sicher ist wie das Amen nach dem Vaterunser.

Zumal Martina Gregor-Ness eben keine ganz normale Abgeordnete ist. Die Gattin des Brandenburger SPD-Generalsekretärs sitzt in einem Aufsichtsrat, der für Brandenburg fast so wichtig ist wie jener der Berliner Flughafengesellschaft: Arbeitnehmervertreterin Martina Gregor-Ness beaufsichtigt Vattenfall Mining Europe, den Tagebaubetreiber in der Lausitz. Also jene Firma, die diverse Redner vor Gregor-Ness für die Folgen der Spreeverockerung haftbar machen wollten. Und deren Geschäft, den Braunkohleabbau in der Lausitz, auch Teile des Koalitionspartners, der Linkspartei, möglichst zügig beenden wollen. Doch die SPD setzt auf die "Brückentechnologie Kohle" - zumal es zwischen der Lausitzer Kohle und der Brandenburger Sozialdemokratie zahllose Querverbindungen gibt. Der frisch nominierte Lausitzer Bundestags-Direktkandidat Ulrich Freese etwa sitzt im selben Aufsichtsrat wie Gregor-Ness, ebenso der langjährige Chef der landeseigenen Investitionsbank, Klaus-Dieter Licht. Und als der Chef der Staatskanzlei, Albrecht Gerber, nach Brandenburg kam, trat er der Gewerkschaft Bergbau-Chemie-Energie bei. Da wundert es dann doch nicht, dass ockerfarbene Flüsse plötzlich dramatische Bilder werden.

P.S.: Über ganz andere Bilder freut sich derzeit die Landtags-FDP: Der Lausitzer Abgeordnete und bekennende Georgien-Fan Jens Lipsdorf sorgte dafür, dass auf einer Georgienreise entstandene Gemälde des "Malkreises Biesdorf" auf dem Flur vor den Abgeordnetenbüros hängen. Landschaften, Klöster - und sogar eine Marien-Ikone. Vielleicht hilft die ja dann auch der FDP in den nächsten turbulenten Monaten auf dem Weg zur Bundestagswahl.