Das ist eine der Grundlagen der Politik, auch in Brandenburg. Entsprechend geht es auch Brandenburgs Politikern um öffentliche Wirkung. Und wenn sie die auf dem normalen Weg nicht erhalten, dann wählen die Mitglieder des Landtags zuweilen auch ungewöhnliche Pfade, um in die Schlagzeilen zu kommen.

Nehmen wir nur einmal Saskia Ludwig. Die ehemalige CDU Landes- und Fraktionsvorsitzende ist in Potsdam von den klassischen Wegen abgewichen und ins Abseits geraten, seit sie in der rechtskonservativen Wochenzeitung "Junge Freiheit" publizierte. Auf dem normalen Weg der Politik kann sie nichts mehr erreichen. Ergo stimmt sie im Landtag mit der Alternative für Deutschland, geht zu deren Frühjahrsempfang und demonstriert vor der Zentrale ihrer eigenen Partei. Mit dem Ergebnis, dass nun der CDU-Kreisverband Potsdam-Mittelmark seine Kreisvorsitzende aufforderte, für das Direktmandat im Bundestagswahlkreis 19 anzutreten. Was Ludwig aber von der Zustimmung der CDU-Landsspitze abhängig machte. "Wenn die Daumen nach oben zeigen", werde sie kandidieren.

Die erste Reaktion, die es darauf in der Zentrale der Brandenburger CDU gab, ist nicht überliefert. Dass Steeven Bretz, der Generalsekretär der CDU, nicht sonderlich begeistert reagierte, lässt sich denken. Immerhin haben auch die Potsdamer Mitglieder der CDU ein Wörtchen darüber mitzureden, wer am Ende im gemeinsamen Wahlkreis antritt. Aber vielleicht war auch das wieder nur ein Schritt der CDU-Politikerin zur Vorbereitung eines völlig anderen, keineswegs ausgetretenen Wegs: Dem allmählichen Übertritt zur rechten AfD. Dann wäre Ludwig, die gerade an einer Wehrübung teilnimmt, zumindest konsequent auf ihrem Weg.