Die Lausitz war vor 25 Jahren eine klassische Energieregion auf der Grundlage fossiler Brennstoffe. Das hat sich in einem schwierigen Strukturwandelprozess wesentlich geändert: Die Industrie in der Lausitz zeigt ein breitgefächertes Angebot sowohl an klein- und mittelständischen Betrieben als auch Großunternehmen. Die Branchen reichen von der Ernährungsindustrie über Logistik, Metall bis zur Chemie und natürlich konnte der Energiebereich als wichtiger Sektor erhalten bleiben - und zwar nicht nur im Bereich der Braunkohle, sondern im gesamten Bereich der Erneuerbaren Energien, bei Speichertechnologien und Netzausbau. In Verbindung mit der BTU Cottbus, die nationale und internationale wissenschaftliche Beziehungen aufgebaut hat, ist ein perspektivischer Ausbau der industriellen Substanz möglich. Hier wird die wissenschaftlich-technische Zukunft der Lausitz gesichert.

Die Chance der Lausitz besteht auch darin, die Region als Bestandteil der Hauptstadtregion zu entwickeln, deren Besonderheit in der Geschichte und Gegenwart der Beziehungen zu den benachbarten Regionen liegt. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal der europäischen Kulturregion Lausitz und ein Teil ihrer Perspektive. Ziel ist, gemeinsame Interessen auch gemeinsam umzusetzen. Das reicht von der Fachkräftesicherung, den Folgen der demografischen Entwicklung bis hin zur Lösung des Problems der Spreeverockerung. Ein Vorteil ist, dass sich regionale Akteure mit einem breiten zivilgesellschaftlichen Engagement für die Entwicklung der Region einsetzen. Das ist auch die Grundlage dafür, dass in den notwendigen Planungs- und Vertragsgestaltungen zur Landesentwicklung die neuen Vernetzungen zum Beispiel nach Polen, Tschechien, Sachsen, Sachsen-Anhalt weiter ausgestaltet werden müssen. Ein Instrument auf der politischen und administrativen Ebene ist der gemeinsame Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg, der überarbeitet werden muss.

Die Lausitz als östlicher Teil Brandenburgs ist eine Schnittstelle europäischer Transportkorridore: Straßen, Schienen, Schiffe verbinden traditionell Regionen von europäischer Bedeutung. Diese Logistikdrehscheibe muss weiter ausgebaut werden: Die Lausitz soll nicht nur eine Region werden, durch die "durchgefahren" wird - sondern eine, in der der Dienstleistungsbereich Service bietet. Und zwar sowohl im Industriebereich, hier ist Schwarzheide ein hervorragendes Beispiel: Hier kann eine vorhandene Bahnlogistik zu einem Güterverkehrszentrum ausgebaut werden. Damit könnte man dann von Schwarzheide auf der Schiene bis nach China gelangen. Andererseits ist die Logistik eine wesentliche Voraussetzung für die weitere touristische Entwicklung der Lausitz. Mit der Seenkette und der "Cottbuser Ostsee" gibt es ein Seengebiet, das in Europa einmalig ist. Hier bieten sich Perspektiven für Tourismus, Kultur und Sport. Das ist ein weiteres Standbein, damit sich die Lausitz als Europäische Kulturregion weiter entwickelt.

Zum Thema:
Der Linken-Politiker Ralf Christoffers (58) war von 2009 bis zum Herbst vorigen Jahres Minister für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg in den Kabinetten von Matthias Platzeck und Dietmar Woidke.Bereits seit 21 Jahren ist er Abgeordneter des Landtages in Potsdam. In den Jahren von 2001 bis 2005 war Christoffers Landesvorsitzender der PDS Brandenburg.

Zum Thema:
Erschienen sind beispielsweise Beiträge der Ministerpräsidenten Dietmar Woidke und Stanislaw Tillich, von Landrat Harald Altekrüger und dem Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus Wolfgang Krüger. Weitere Beiträge finden Sie auf unserer Homepage. Demnächst melden sich Christian Böllhoff, geschäftsführender Gesellschafter der Prognos AG und Hubert Lerche von der Wirtschaftsinitiative Lausitz zu Wort.